Rattenplage : Schädlinge in Herzberg im Blick

Idylle im Park von Herzberg. Besucher merken nichts von einem möglichen Befall des Ortes mit den Schädlingen.
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Idylle im Park von Herzberg. Besucher merken nichts von einem möglichen Befall des Ortes mit den Schädlingen.

Hinweise auf Ratten rufen Gesundheitsamt auf den Plan. Probleme durch Taubenfüttern in Parchimer Weststadt.

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03. Mai 2017, 12:00 Uhr

Breiten sich Ratten in Herzberg aus? Das Gesundheitsamt des Landkreises verteilte an Haushalte in der Dorfstraße Zettel, um die Bürger zu sensibilisieren, etwas gegen die Schädlinge zu unternehmen.

Anwohner hätten den Fachdienst Gesundheit des Landkreises Ludwigslust-Parchim auf einen massiven Rattenbefall vermutlich in der gesamten Ortslage aufmerksam gemacht, heißt es in dem Schreiben. Bei einer unangemeldeten Ortsbesichtigung habe sich dieser Verdacht erhärtet. Die Ratte sei in einer Landesverordnung als tierischer Schädling und potenzieller Krankheitsüberträger definiert. Grundstückseigentümer und Nutzungsberechtigte seien zur regelmäßigen Kontrolle des Befalls sowie zur wirkungsvollen nachhaltigen Bekämpfung der Schädlinge verpflichtet bzw. haben eine fachgerechte Bekämpfung zu veranlassen. Begünstigt werde die Ausbreitung der Rattenpopulation durch unsachgemäße Futterlagerung und das Vorhandensein von Unterschlupfmöglichkeiten.

Der Bürgermeister der Gemeinde Obere Warnow Hartmut Bahl wurde gestern völlig überrascht von der Nachricht, die auch auf der Internetseite des Amtes Parchimer-Umland veröffentlicht ist. Bahl rief Bürger in mehreren Straßen im Dorf an. Einen massiven Befall durch die Schädlinge konnten Anlieger nicht bestätigen. Bahl vermutete im ersten Moment eine Retoure-Kutsche einiger Bürger, da die Gemeinde etwas unternommen hatte gegen die zahlreichen wild lebenden Katzen im Ortsteil. Die hatte man einfangen und kastrieren sowie weiter vermitteln lassen. Doch Katzen helfen nicht gegen Ratten, so der Bürgermeister.

Der Fall Herzberg ist nicht außergewöhnlich, erklärte Susan Koch, Sprecherin des Landkreises. Durch die leerstehenden Gebäude und durch wilde Komposthaufen finden die Schädlinge hier aber gute Bedingungen. Der Kreis appelliert, die Hinweise des Gesundheitsamtes einzuhalten (rechts auf der Seite).

Schwierig ist nach SVZ-Recherchen auch die Situation in der Parchimer Weststadt. Anwohner füttern Tauben. Was die Vögel übrig lassen, fressen die Ratten. Offensichtlich kommt der Appell von Vermietern an die keinesfalls nur deutsch-sprachigen Mieter, das Füttern der Tauben zu unterlassen, nicht an, erklärte eine Beobachterin. Problematisch sei es auch, wenn Essensreste in Gelben Säcken landen und damit Schädlinge gefüttert werden, erfuhr unsere Zeitung.

Hinweise vom Gesundheitsamt

Um eine Ausbreitung der Ratten zu verhindern,  gibt das Gesundheitsamt Tipps:

 1. Achten Sie auf Unterschlupfmöglichkeiten für Ratten in Ihrem Umfeld (Grundstück, Garten, Garage, Holzmieten ), mögliche Schlupflöcher sind ca.  vier bis fünf  Zentimeter im Durchmesser.

 2. Achten Sie auf mögliche Schleif- oder Kotspuren von Ratten.

 3. Werfen Sie keine Lebensmittelreste in offen stehende Abfallbehälter, auf den Kompost oder in die Kanalisation.

4. Benutzen Sie zum Sammeln der wieder verwertbaren Abfälle nur die dafür vorgesehenen Behälter und verschließen Sie diese nach dem Einwurf.

5. Bei Tierhaltung ist das Futter in fest verschlossenen Behältern zu lagern, Tierfutter nicht in großen Mengen in die Futtertröge füllen. Füttern Sie keine frei lebenden Tiere an öffentlichen Plätzen.

6. Ein festgestellter Rattenbefall ist umgehend dem Fachdienst Gesundheit anzuzeigen.

7. Es sind wirkungsvolle Bekämpfungsmaßnahmen einzuleiten. Sachkundige Bekämpfungsmaßnahmen werden von Schädlingsbekämpfungsbetrieben ausgeführt.

• Für Hinweise und Rückfragen sollten  sich  Bürger  an den Fachdienst Gesundheit des Landkreises Ludwigslust-Parchim  Telefon- Nummer 03871/ 722 5336 oder 722 5337 wenden.

(Aus der Information an Bürger in Herzberg)

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