Gemeinsamer Gottesdienst : Satt allein ist nicht genug

Die Mitglieder der Welttischgemeinschaft, gespielt von Konfirmanden und Mitgliedern des Theaterjugendklubs Fotos: M.-G. Bölsche
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Die Mitglieder der Welttischgemeinschaft, gespielt von Konfirmanden und Mitgliedern des Theaterjugendklubs Fotos: M.-G. Bölsche

„Brot für die Welt“ startete am 1. Advent in Parchim die 56. Spendenaktion des evangelischen Hilfswerkes

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30. November 2014, 18:30 Uhr

Mit einem Gottesdienst in der Parchimer St. Marienkirche hat das Diakonische Werk MV am ersten Advent die 56. Spendenaktion „Brot für die Welt“ eröffnet.

Unter dem Motto „Satt ist nicht genug – Zukunft braucht gesunde Ernährung“ hatten die Theaterjugend und die Junge Gemeinde sich Gedanken über die Welttischgemeinschaft gemacht. Im Anspiel saßen Menschen unterschiedlicher Herkunft aus den Weltgegenden dicht an dicht an diesem Tisch – aber einige eben auch davor.

In seiner Predigt sprach Propst Dirk Sauermann davon, dass das tägliche Brot nicht nur Lebensmittel, sondern sehr vielschichtig sei: „Hier liegt so manches ungleich verteilt vor uns Menschen und auf unseren Tischen. Die einen haben viel vor sich an Nahrung, manchmal sogar zuviel, andere wenig und viele gar nichts!“ Von Welttischgemeinschaft könne keine Rede sein, „wenn die Welt sich spaltet in Menschen, die das Glück haben, hier geboren zu sein und die Menschen, die das Pech haben, in den Ländern der Südhalbkugel geboren zu sein und eben nicht an unserem Wohlstand teilzuhaben.“

Nun könnte man denken, die Grundversorgung herzustellen, wäre ein Fortschritt. Doch, so Propst Sauermann, „satt ist nicht genug.“ Menschen bräuchten mehr zum Leben als Ernährung: „Menschen wollen auch mit ihren elementaren Bedürfnissen nach Liebe, Gemeinschaft, Anerkennung und Entfaltung angenommen werden.“

Diakoniepastor Martin Scriba sprach den Spendenaufruf, in dem das Thema Mangelernährung im Blickpunkt steht. Kinder seien besonders gefährdet: Sie können erblinden oder leiden an Blutarmut. „Brot für die Welt“ sammelt in Deutschland und Österreich Geld: 55 781 297 Euro wurden im vergangenem Jahr insgesamt gesammelt. Davon kamen 438 056,05 Euro aus MV.

Für die Konfirmanden Angelina, Ramona, Mateo, Lennard und weitere aus den beiden Kirchengemeinden St. Marien und St. Georgen gab es am gestrigen Sonntag kein Ausschlafen. Sie standen am frühen Morgen in der Backstube der Bäckerei Pahnke. Unter der Anleitung von Bäckermeister Thomas Eickhorst wogen sie den Teig ab und formten diesen zu knapp 900 Gramm-Laiben.

Das war gar nicht so einfach, klebte doch der Teig mächtig an den Fingern. Aber sie gaben nicht auf und schnell waren über 100 Brote vorbereitet und in den Gärraum geschoben, um sie danach zu backen. Der Bäcker hatte den Teig, die Energie und seine Arbeitszeit zur Verfügung gestellt. Nach dem Gottesdienst verkauften di Ben, Mateo und Lennard das noch warme und duftende Brot an die Besucher des Eröffnungsgottesdienstes.

Den Preis je Laib bestimmten die Besucher selber, der Erlös kam in die große Kasse für „Brot für die Welt“.



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