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Parchimer Zeitung

25. November 2017 | 12:34 Uhr

14. Turmblasen : Sagenhaftes am Ruhner Berg

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

14. Turmblasen zum 3. Advent faszinierte Hunderte Mecklenburger, Brandenburger und Gäste

Dass weder das zur Jahreszeit passende Winterwetter noch der kurzfristig prognostizierte Sonnenschein eintrafen, konnte den für viele im weiten Umkreis mittlerweile traditionellen Sonntagsausflug in die Ruhner Berge nicht trüben. Im Gegenteil zog die inzwischen 14. Ausgabe des originellen Turmblasens zum 3. Advent wiederum einige hundert Gäste aus nah und fern in das beliebte Erholungsgebiet auf der Landesgrenze zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.

Zudem reicherten einige der von Marnitzer FeuerwehrkameradInnen längs des Hohlwegs zum Aussichtsturm entzündeten Schwedenfeuer (kreuzweise eingeschnittene Kiefernstammstücke) den wabernden Nebel unfreiwillig aber wirkungsvoll mit „urigem Duft“ an. Das verlieh der Szenerie noch zusätzliche Atmosphäre, als pünktlich zum Eröffnungsgottesdienst unter freiem Himmel auch die hiesigen Sagengestalten „Riese Ramm“ alias Udo Felsky, das liebliche Putlitzer Burgfräulein Nr. 15 – die 16-jährige Schülerin Josephine Albrecht – und nicht zuletzt Reinhard Fichtner als „Knecht Ruprecht“ auftauchten.

War die klingende Haflinger-Kutsche von Karl-Heinz Bahr mit den leibhaftigen „Ruhner BergGeistern“ von Groß und vor allem Klein schon erwartet worden, erlebten die Genannten einschließlich des rührigen Cheforganisators Gerd Holger Golisz doch eine kleine Überraschung, als sich „der oberste Waldesherr“ Mecklenburg-Vorpommerns klammheimlich dazu gesellte.

Natürlich ließ sich Land- und Forstwirtschaftsminister Till Backhaus nicht lange um ein Grußwort an die versammelte Adventsgemeinde bitten, zumal ihn der Gottesdienst mit gemeinsamem Gesang und spontanem Gebet für bedürftige Nachbarn im weitesten Sinne so berührt hatte, dass er quasi in dieselbe Kerbe schlug. Angesichts von weltweit über 52 Millionen Menschen auf der Flucht und 842 Millionen Hungernden appellierte er an gastfreundliche Mitmenschlichkeit, zumal es den hiesigen doch vergleichsweise gut ginge und das ganze Land 2014 wieder „großes Glück“ gehabt habe und beispielsweise von Naturkatastrophen verschont geblieben sei. In den Gedanken der Dankbarkeit und des Stolzes auf Erreichtes schloss Backhaus auch ausdrücklich die über 1000 Forstleute seines Verantwortungsbereichs ein, die mit Nachhaltigkeit erneut mehr als 100 Millionen Euro Jahresumsatz erwirtschaftet hätten.

Handgreifliche Belege für die vom Minister beschriebene Bürgernähe der Landesforst lieferten an Ort und Stelle heimische Forstleute um Hanno Gutsche und Hartmut Bengs mit frisch geschlagenen Weihnachtsbäumen aus der Region, die bei den zum Teil weit gereisten Volksfestbesuchern reißenden Absatz fanden. Schließlich gab es hier nicht nur die allseits gefragten Nordmanntannen (aus dem Landesforst Gädebehn) sondern auch Raritäten wie die herrlich duftenden Blau- und Stechfichten, Küstentannen sowie Sitka- und Omorika-Fichten aus dem nahe gelegenen Revier Schlemmin des Forstamts Karbow.

Bei all dem vorweihnachtlichen Markttreiben einheimischer Anbieter von frischem Fisch bis Backwerk und natürlich Erbseneintopf, Bratwurst, Glühwein etc. kam natürlich auch die Musik nicht zu kurz. Beim abwechselnden Blasen vom Turm bzw. dem kleinen Bühnenpavillon aus hatte das Landesposaunenwerk um Martin Huss aus Barkow wieder Unterstützung von Jagdhornbläsern aus Blüthen und Reetz in der Brandenburgischen Prignitz. Den furiosen Einstieg in den traditionellem Weihnachtslieder-Sänger-Wettstreit lieferten diesmal die „Wichtel“ aus der Kita Suckow mit ihrem drolligen Programm und auch das Gesangsduo Brita und Dieter aus den Ruhner Bergen steuerte manche Anregung bei.

Getragen vom Beifall des Publikums nahm schließlich Heike Geick die Siegertrophäe – eine Schreiadlerskulptur aus den geschickten Händen des jungen Kuppentiner Kettensägenkünstlers Maximilian Dierksen – mit nach Hause nach Marnitz. Während die folgenden Preise vom quicklebendigen Weihnachtskarpfen über die süße Apfeltorte, den Gutschein für die kommende ErdbeerSelbsternte und ein paar Säcke voller Wallnüsse wie ihre Sponsoren in der Nachbarschaft blieben, ging der imposante Rosinenstollen aus Marnitz auf die Reise nach Boizenburg an die Elbe. Da sage noch jemand: das von Bewohnern der benachbarten Ämter Eldenburg-Lübz und Putlitz-Berge länderübergreifend organisierte Turmblasen in den Ruhner Bergen strahle nicht fast genau so weit aus, wie man bei klarem Wetter von der Aussichtsturmspitze rundum sehen kann.
 

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