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Zapfenernte in Parchim : Saatgut der Douglasie heiß begehrt

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Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Stadtforst: Im vergangenen Jahr fast 1479 Kilogramm Zapfen geerntet. 14.000 Festmeter Holz eingeschlagen und vermarktet

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erstellt am 17.Mär.2017 | 12:00 Uhr

Die Zapfenernte in Europas schönstem Douglasienbestand erbrachte im vergangenen Jahr einen Ertrag von 1478,5 Kilogramm. Diese Zahl nannte Oberförster Danilo Klaus im Rahmen des Jahresberichtes der Stadtforst in dieser Woche auf der Stadtvertretersitzung. Dabei gab es im August 2016 sogar eine innovative Premiere im Parchimer Stadtwald zu erleben: Die Ernte in luftiger Höhe von etwa 45 bis 50 Metern Höhe übernahmen nicht nur Zapfenpflücker. Erstmals erfolgte sie auch von einer großen Hebebühne aus (SVZ berichtete).

Das Wipfelgold vom Parchimer Sonnenberg ist heiß begehrt - einerseits zur Gewinnung von Samen für neue Bäume. Die vom Forstvisionär Wilhelm Evers vor fast 150 Jahren begründeten Douglasien-Bestände seien ebenfalls von besonderer Bedeutung für das forstliche Versuchswesen und sichern damit für die Zukunft Ergebnisse aus erster Hand, erläuterte der Forstexperte. Die berühmten Parchimer Douglasien-Bestände sind in wissenschaftliche Betrachtungen eingebunden, bei denen unter anderem durch genetische Untersuchungen Aufschluss über verwandtschaftliche Verhältnisse, ihre Herkunft aus dem natürlichen Verbreitungsgebiet sowie die Vererbung der Anlagen gewonnen werden sollen. Parchims Stadtförster bekräftigte in seinem Bericht noch einmal, dass der Stadtforst ein ausgesprochener Wirtschaftswald ist. Als größte Einnahmequelle gelte der Verkauf von Rohholz: Im vergangenen Jahr wurden rund 14 000 Festmeter Holz eingeschlagen und vermarktet. Das entspreche dem Durchschnitt der zurückliegenden Jahre und liege erneut unter dem möglichen Hiebsatz, informierte Oberförster Klaus. Die Erlöse aus dem Verkauf von Rohholz beliefen sich auf 639 000 Euro.

Im Gegensatz zu den beiden Vorjahren machten „Forstmeister Sturm“ und der Feuerteufel 2016 glücklicherweise einen Bogen um Parchims grüne Lunge, sodass keine Sturmschäden und Waldbrände zu beklagen waren. Bei den „biotischen Schadfaktoren“ drohen weiterhin Attacken vom Borkenkäfer: „Während die Ausbreitung der Rindenbrüter in den Lärchenbeständen nicht so stark wie befürchtet erfolgte, setzte sich der Befall bei den Fichten fort, wenn auch der Schadholzanfall keine bedeutenden Ausmaße hatte“, berichtete der Stadtforstchef. Die Experten setzen im Kampf gegen den Borkenkäfer auf strenge Überwachung, saubere Waldwirtschaft und die Förderung von natürlichen Gegenspielern. Auf Anfrage eines Stadtver-treters bekräftigte der Forstexperte, dass ein Chemieeinsatz gegen den Borkenkäfer keine Option sei. Im schlimmsten Fall sei die Entfernung des betroffenen Bestandes die einzige Alternative.  

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