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Parchimer Zeitung

24. November 2017 | 19:55 Uhr

Suckow : Ruhner Zwerge nicht zu stoppen

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Einsatz der Kommunalpolitiker hat sich gelohnt: Kindertagesstätte in Suckow bleibt erhalten. ASB übernimmt die Trägerschaft.

von
erstellt am 12.Sep.2016 | 12:00 Uhr

Die „Ruhner Zwerge“ sind nicht zu stoppen. Diesen Namen trägt jetzt die Kindertagesstätte in Suckow, um deren Überleben es große Sorgen gab. Nach dem Trägerwechsel zum ASB geht es seit September mit neuem Team unter Leitung von Annett Weissensee weiter.

Um den Erhalt dieser Kindertagesstätte hatten die Kommunalpolitiker der Region gekämpft. Jürgen Kühl, Bürgermeister von Suckow, erinnert an den Schock vor einigen Monaten. „Wir wollten Sanitäranlagen auf dem Spielplatz bauen.“ Doch der Träger vom Diakoniewerk in Dobbertin habe erklärt: Ist nicht mehr nötig. Man wolle sich ohnehin zurückziehen (SVZ berichtete).

Es gab Elternversammlungen. Und es wurden Varianten geprüft, wie es mit der Kinderbetreuung weiter gehen kann. Darunter auch die, diese Kita in kommunale Trägerschaft zu übernehmen. Doch das sei für die kleinen Gemeinden nicht tragbar, so Kühl. Auch habe es Gespräche mit einem anderen Träger gegeben mit dem Gedanken, eine Kita in einem Nachbarort auszubauen. Doch der Träger wollte den Hort nicht mit übernehmen, so Kühl.

Die Kindertagesstätte in Suckow und der Hort in Marnitz hängen zusammen und stehen unter einer Leitung. Der Hintergrund: Früher gab es in Marnitz, Suckow und Tessenow Schulen. Die Kommunen einigten sich, eine gemeinsame moderne Schule zu bauen. Die entstand in Marnitz. Hier ist folglich Standort für den Hort. Dafür wurden die Krippen- und Kindergartenkinder in Suckow betreut. So ging es jetzt um beide Standorte. „Das Problem war, einen Betreiber zu finden“, sagt Jürgen Kühl. Sein Amtskollege Reinhard Müller, Bürgermeister in Tessenow, hatte den Eindruck, dass weder Landkreis noch Amt wirklich geholfen haben. Durch Zufall wurde der ASB auf die Situation aufmerksam. Ein ehrenamtlicher Rettungsschwimmer des Kreisverbandes informierte die Leitung, dass Hilfe gebraucht wird. Das ist von Jana Ruder, Geschäftsführerin der Kita GmbH des ASB Schwerin-Parchim, zu erfahren. Der Verband hat sich auf kleinere Kitas spezialisiert.

Das Problem im Suckower Fall war: Die Kita war zwar sehr gut besucht, aber durch den Rückzug des Trägers fehlte das Personal. Denn das wechselte an andere Orte. Nur Birgit Vinhues aus dem Hort blieb im neuen Team.

Und qualifizierte Erzieher sind bekanntlich Mangelware. Die Bürgermeister von Suckow, Jürgen Kühl, und Marnitz, Hans-Jürgen Buchholz, schafften es, qualifizierte Frauen in ihren Gemeinden zu überzeugen, sichere Jobs aufzugeben und hier einzusteigen. Ein Zufall kam zur Hilfe. Annett Weissensee zog gerade diesen Sommer nach Marnitz. Sie hatte zuletzt viele Jahre eine Kita im Schwarzwald geleitet und übernahm die Verantwortung in Suckow. „Es hat alles gepasst“, so Buchholz. Der Kommunalpolitiker sprach auch von einer Pflicht: Man habe junge Leute auch mit dem Pluspunkt Kinderbetreuung geworben, in die Gemeinde zu ziehen.

„Wir haben es wegen der Bürgermeister getan“, erklärt Jana Ruder zur Übernahme. „Sie waren so hartnäckig.“ Sie spricht aber auch von einer guten Zusammenarbeit mit dem Amt und dem bisherigen Träger bei der Übernahme. „Es wäre nicht möglich gewesen, wenn die Eltern uns nicht vertraut hätten“, so die Frau vom ASB.

Es sei für die Kinder, als wenn sie von heute auf morgen andere Eltern haben, so Annett Weissensee zum Spannungsfeld des Erzieherwechsels. Damit die Kleinen sie kennenlernen, hatten die Neuen schon vor dem Trägerwechsel in der Kita hospitiert. Das Team hatte sich auch vor offizieller Übernahme auf den Namen „Ruhner Zwerge“ geeinigt. Sieben Kinder im Krippenalter, 22 im Kindergarten und 32 im Hort werden derzeit in Suckow und Marnitz betreut.

Die Kommunen wollen und werden Geld investieren müssen, um Auflagen zu erfüllen und damit die Kita Bestand hat. „Wir fangen noch in diesem Jahr an“, so Jürgen Kühl. „Kleine Sachen müssen wir sofort anpacken.“ Dazu soll es Gespräche mit der neuen Kita-Leitung geben. Drei Bürgermeister stehen hinter dem Kita Projekt – aus Suckow, Marnitz und Tessenow.

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