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Parchimer Zeitung

23. Oktober 2017 | 02:46 Uhr

Parchim : Rote Karte für Winterdienst-Muffel

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Lob für Winterdienst in der Kreisstadt, aber Einzelne sorgen dennoch für Ärger. Das Ordnungsamt verteilt Rote Karten.

von
erstellt am 19.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Nachdem sich in den zurückliegenden Tagen mehrfach Leser der Parchimer Zeitung lobend über den funktionierenden Winterdienst in der Kreisstadt geäußert haben (wir berichteten), gibt es aber auch kritische Stimmen. „Vor einzelnen Häusern ist es weiterhin spiegelglatt. Dafür scheint sich niemand verantwortlich zu fühlen“, befürchtet eine ältere Frau, die in der Altstadt wohnt. Und wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, wird schnell fündig, wie beispielsweise in der Hakenstraße. Der Bürgersteig ist zunächst vorbildlich von Schnee und Eis geräumt, bevor es plötzlich ziemlich rutschig wird. Vor einem Haus hat offenbar seit Tagen (!) Niemand zum Schneeschieber gegriffen. Es könnte problematisch werden, wenn dort in den Morgen- oder Abendstunden jemand die Bodenhaftung verliert. Nicht auszudenken, was da passieren kann. Eine gebrochener Arm oder eine Kopfverletzung wären für Betroffene sicher schmerz- und folgenreich. Doch wer muss am Ende dafür gerade stehen?

Die Rote Karte ist ein erster Fingerzeig


„Die meisten Parchimer erfüllen auch im Winter ihre Pflichten, greifen zum Schneeschieber und Besen und stumpfen Gehwege mit Sand ab. Aber es gibt schwarze Schafe“, räumt Detlev Hestermann als zuständiger Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung gegenüber der Parchimer Zeitung ein. Die Politessen und ihre männlichen Kollegen, die als Außendienstmitarbeiter längst nicht nur im ruhenden Verkehr den Parksündern auf der Spur sind, haben dieser Tage auch verstärkt ein Auge auf Winter bedingte Problemstellen. „Zunächst bekommen Eigentümer eine Rote Karte, wenn vor ihren Häusern nicht satzungsgemäß geräumt und abgestumpft wird. Das bewährt sich seit Jahren“, meint Hestermann. Die Rote Karte ist eine Verwarnung ohne finanzielle Folgen. Ändert sich nichts, folgt ein Schreiben mit der Ordnungsgeld-Ankündigung und womöglich sogar ein Bußgeldverfahren. „Das kommt vor, aber in Parchim eher selten“, so der Verwaltungsmann. Doch es ist nur die halbe Wahrheit. „Wer auf vereisten Gehwegen verunglückt, hat nicht nur schmerzliche, sondern vielfach auch finanzielle Lasten, die er gegenüber dem Verursacher geltend machen wird“, gibt Hestermann zu bedenken. Da flattert Wochen später Post von der Versicherung, der Krankenkasse oder eines Arbeitgebers als Rückzahlungsaufforderung für Lohnkostenzahlungen im Krankheitsfall ins Haus. Dann hat ein Hauseigentümer schlechte Karten, wenn er nicht nachweisen kann, dass er den Winterdienst vor der eigenen Tür rechtzeitig organisiert und auch regelmäßig kontrolliert hat.

In der Kreisstadt werden die Durchfahrtsstraßen werktags von sieben bis 20 Uhr und am Sonntag ab 9 Uhr vom Winterdienst nach einem Prioritätenplan abgearbeitet. Für Gehwege und einzelne Straßenabschnitte sind Hauseigentümer zuständig. Die Regeln kann jedermann auf der Homepage unter www.Parchim.de/Ortsrecht nachlesen. Im Stadthaus beim dortigen Ordnungsamt gibt es auch persönlich Rat.
 

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