Nach der Wahl : Rolly: 40 Prozent sind ein Witz

Angesichts der geringen Wahlbeteiligung ist zu befürchten, dass auch zur Stichwahl nur wenige gehen.
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Angesichts der geringen Wahlbeteiligung ist zu befürchten, dass auch zur Stichwahl nur wenige gehen.

Nach erneut geringer Wahlbeteiligung: Frust groß / Für SPD zerplatzt Hoffnungsschimmer / CDU gibt sich vor Stichwahl siegessicher

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27. April 2015, 17:07 Uhr

Die Nachricht ging ins Mark. Als sich am Sonntagabend um 18.37 Uhr die vorläufigen Endergebnisse des ersten Wahlganges der Bürgermeisterdirektwahl im Internet verbreiteten, war auch bei Amtsinhaber Bernd Rolly (SPD) die letzte Hoffnung wie eine Seifenblase zerplatzt. Der von ihm und seinen Parteifreunden erst seit wenigen Wochen unterstützte parteilose Einzelkandidat Sebastian Glanz hatte es nicht geschafft. Kurz danach ließ Bernd Rolly seinem Frust bei facebook freien Lauf: „40 Prozent sind ein Witz“, schrieb er als Spontanreaktion auf die Meinung einer Parchimerin zur mageren Wahlbeteiligung (40,20 Prozent). Inzwischen ist Rollys Eintrag gelöscht und Ernüchterung dürfte sich im Rathaus breit machen.

Der mit 29 Jahren jüngste Kandidat Sebastian Glanz ist zwar enttäuscht, trägt es aber mit Fassung. Dabei spielt sicher eine Rolle, dass er es als Neueinsteiger auf 1419 Stimmen (23,3 Prozent) gebracht hat. Vor acht Wochen kannten den parteilosen Jungunternehmer nur wenige. Mit beachtlichem Engagement hat er sich nicht nur mit Plakaten, sondern auch Vorschlägen für die Zukunft ins Gespräch gebracht. „Mich enttäuscht vor allem, dass meine konkreten Konzepte wie beispielsweise das für eine stadteigene Wirtschaftsförderung nicht honoriert wurden. Das wird mich aber nicht davon abhalten, mich weiter einzumischen. In vier Jahren wird eine neue Stadtvertretung gewählt und in sieben Jahren ist wieder Bürgermeisterwahl. Da wird man wieder von mir hören“, gibt sich Sebastian Glanz zuversichtlich. Schmerzlich ist sein Wahlergebnis auch für die SPD. Der junge Mann hatte sich erst wenige Tage vor der Wahl entschieden, die Unterstützung der Sozialdemokraten anzunehmen. Damit sollte quasi in letzter Minute der Einfluss der SPD nach 21 Amtsjahren ihres Parteimitgliedes Bernd Rolly gewahrt bleiben. Das ist nun ebenso gescheitert wie zuvor die Suche nach einen eigenen Kandidaten. Für die SPD endet die Bürgermeisterdirektwahl 2015 in der Kreisstadt mit einem Desaster. Glanz äußert sich gegenüber unserer Redaktion vielsagend: „Ich werde mit der SPD weiterhin freundschaftlich zusammenarbeiten“.

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