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Parchimer Zeitung

20. Oktober 2017 | 22:06 Uhr

Rinder aus Gülle-Schacht gerettet

vom

svz.de von
erstellt am 03.Dez.2012 | 05:58 Uhr

Damm | Außergewöhnliche Rettungsaktion gestern Morgen in Damm: Vermutlich in der Nacht waren zwei Kühe auf einem Bauernhof in Damm in einen Gülleschacht gestürzt. Dieser liegt direkt an der Außenwand eines Rinderstalls und dient normalerweise zum Abpumpen der Gülle. Über dem Schacht hatte sich eine Abdeckung befunden, die aber offensichtlich der Last der Tiere nicht Stand halten konnte. Beim Sturz in den etwa 1,80 Meter tiefen Schacht war eines der Tiere unter ein Absaugrohr geraten und hatte sich hier fest verkeilt. Keine Chance, ohne schwere Technik freizukommen - und das bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt.

So stellte sich die Situation auch bei Eintreffen der Feuerwehrkameraden dar, für die der morgendliche Einsatz der erste dieser Art war: "Da half nur eines, um die eingeklemmte Kuh freizubekommen, mussten wir das Absaugrohr durchtrennen", sagte Marko Klatt, Chef der Möde ritzer Wehr. Danach gelang es den Eigentümern der Kühe, die beiden verstörten und vor Kälte zitternden Tiere mit einem kleinen Bagger aus der Grube zu hieven und damit aus ihrer bedrohlichen Lage zu befreien.

Zu klären sein wird, wie die Kühe auf das in der Region als "Holländerhof" bekannt gewordene Anwesen gelangen konnten. Fakt ist, dass die zwei geretteten Tiere zur Herde jenes Bauern gehören, der noch bis Frühjahr diesen Jahres Eigentümer des Areals und der Ställe gewesen war. Erst Anfang Mai war das Anwesen durch das Parchimer Amtsgericht öffentlich versteigert worden, nachdem der Holländer Insolvenz angemeldet hatte. Seitdem befindet sich der Hof am Dammer Ortsrand im Besitz einer Parchimerin. Die Familie hatte das Anwesen in Damm bereits lange vor der Versteigerung verlassen und lebt in Ortkrug.

Ende gut, alles gut? Ganz sicher nicht für die heutigen Eigentümer. "Ich finde das überhaupt nicht lustig. Die Tiere sind völlig durchgefroren. Auch ist noch völlig unklar, ob sie verletzt sind. Die muss sich der Tierarzt ansehen", so Thomas Rühe. Doch nicht nur um die fremden Kühe macht er sich Sorgen. Auch die eigenen sieht er in Gefahr: "Denn wir wissen nichts über den Status der beiden Kühe".

Übrigens: Helfer vor Ort hielten es gestern für wahrscheinlich, dass die beiden Kühe von ihrem Weideland in der Nähe des Dammer Hofes ausgebrochen waren und auf der Suche nach Futter einen "Ausflug" zu ihren alten Ställen gemacht hatten.

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