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Parchimer Zeitung

12. Dezember 2017 | 03:43 Uhr

Rettung kam in allerletzter Sekunde

vom

svz.de von
erstellt am 12.Okt.2012 | 08:43 Uhr

Lewitzrand | In der "Notaufnahme" des Vereins zum Schutz herrenloser Katzen geht es in diesen Tagen putzmunter zu: Die beiden Katzenmuttis und ihr Nachwuchs, die derzeit hier versorgt werden, sind einfach nur zum Knuddeln. Kaum jemand würde auf den Gedanken kommen, dass alle Tiere vor einigen Wochen qualvoll zu Grunde gegangen wären, wenn sich der Verein nicht dieser Geschöpfe angenommen hätte. Als eine Mitstreiterin vor gut eineinhalb Monaten eine schwerst verletzte Katze mit ihren vier Jungen aufnahm, bestand kaum noch Hoffnung für das Muttertier. Es stand vermutlich nach einer Bissverletzung dem Tode bereits näher als dem Leben. Die vier Katzenbabys waren zu diesem Zeitpunkt gerade mal ca. drei Wochen alt. Nachdem die Tiere über einen längeren Zeitraum alle drei Stunden mit Katzenmuttermilch aufgepäppelt wurden, stehen sie jetzt richtig gut "im Saft". Die Mutterkatze, vermutlich ein Jahr alt, erholte sich ebenfalls prächtig und macht mit ihrer zierlichen Statur eine prima Figur.

Nicht vorstellen mag sich Vereinsvorsitzende Monika Schröder, was drei weitere "Sorgenkinder" - eine Katzenmutter (ca. ein Jahr) mit zwei inzwischen zehn Wochen alten Jungen - durchgemacht haben, bevor sie in letzter Sekunde gerettet und in die vorübergehende Obhut des Vereins gegeben wurden: "Die Tiere waren ausgezehrt, völlig verängstigt, ständig wie auf der Flucht. Ihnen Stand die Panik förmlich in den Augen geschrieben, wenn ein Mensch auch nur in ihre Nähe kam. Sie müssen Schlimmes erlitten haben", berichtet Monika Schröder. Durch viel Geduld und Zuwendung gelang es, diesen Tieren das Urvertrauen wiederzugeben.

Jetzt ist also der ideale Zeitpunkt gekommen, die Katzen in ein liebevolles Umfeld und damit in ein dauerhaftes Zuhause zu vermitteln. Die Muttertiere sind beide kastriert und auch der Nachwuchs ist inzwischen stubenrein. Wer einer Samtpfote ein neues Katzenleben schenken möchte, kann unter Telefon 038722/20336 Kontakt mit dem Verein aufnehmen.

Seit der Vereinsgründung im März vergangenen Jahres gelang es Tierfreunden vom Lewitzrand, bereits 26 Katzen und Kater zu vermitteln. Familienanschluss fand inzwischen auch ein kleines Kätzchen, das im Frühjahr dieses Jahres für Schlagzeilen sorgte: In Garwitz wurde damals ein völlig abgemagertes Tier mit einer Schussverletzung im rechten Auge gefunden. Der Verein, inzwischen Mitglied im Deutschen Tierschutzbund, pflegte es auf seiner "Krankenstation" gesund und suchte ein neues Zuhause. "Dem Tier geht es sehr gut. Es wird dort wie eine Prinzessin verwöhnt", ist Monika Schröder froh.

Überhaupt hat sie bisher nur gute Erfahrungen gemacht, wenn sie sich einige Wochen nach der Vermittlung bei den neuen Besitzern erkundigte, wie es den Samtpfoten geht. "Zu wissen, dass sie in gute Hände gekommen sind, ist uns eine enorme Motivation, nicht in unserem Engagement nachzulassen. Denn manchmal ist es schon zum Verzweifeln, wie groß das Katzenelend ist."

Eine enorme Motivation ist dem Verein ebenfalls die Akzeptanz in der Gemeinde Lewitzrand und darüber hinaus. Die Bereitschaft, Geld und Futter zu spenden sei überwältigend. Auch in den drei "Klingeldosen" in der Raduhner Verkaufsstelle, im Friseursalon von Dennis Grandt sowie bei der Tierärztin in Crivitz klimpert es regelmäßig. Erst neulich konnte wieder eine Sparbüchse geleert werden. Man ahnt gar nicht, wie schnell Centbeträge zu stolzen Sümmchen anwachsen, von denen jeder einzelne Euro im Sinne des Vereinsziels eingesetzt wird: Es besteht darin, herrenlose Katzen (derzeit ca. 60), die unfreiwillig zu einem Leben im Freien verdammt sind, an festen und geschützten Orten (derzeit vier) mit Futter zu versorgen, kranke Tiere zum Tierarzt zu bringen und die unkontrollierte Vermehrung durch Kastration einzudämmen. Bei 68 Katzen und Katern ist dieser Eingriff bereits vom Tierarzt vorgenommen worden.

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