Herzfelder Revierförster Jörg Röhr : Respekt vor Zecken ja, Angst nein!

Keine Angst vor Zecken:  Jörg Röhr ist seit 15 Jahren Revierförster in Herzfeld. Er hat mit den Zecken leben gelernt, nimmt  die Gefahr aber nicht auf die leichte Schulter.Herbst
Keine Angst vor Zecken: Jörg Röhr ist seit 15 Jahren Revierförster in Herzfeld. Er hat mit den Zecken leben gelernt, nimmt die Gefahr aber nicht auf die leichte Schulter.Herbst

Zeckenalarm hin oder her: Der Herzfelder Revierförster Jörg Röhr hat gestern Herrentag gefeiert, wie Sie wahrscheinlich auch. Kein Holzbock dieser Welt hätte ihn davon abhalten können.

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18. Mai 2012, 10:07 Uhr

Herzfeld | Zeckenalarm hin oder her: Jörg Röhr hat gestern Herrentag gefeiert, wie Sie wahrscheinlich auch. Nach Halle war er extra dafür gefahren. "Dort treffe ich mich schon seit vielen Jahren mit Försterkollegen", sagte er tags zuvor und freute sich auch diesmal auf die Tour. Kein Holzbock dieser Welt hätte ihn davon abhalten können.

Nein, was die fiesen, kleinen Blutsauger angeht, ist der Herzfelder Revierförster ein alter Fuchs. Muss es von berufswegen sein. Jörg Röhr arbeitet immerhin schon seit 29 Jahren in der Forst, die letzten 15 Jahre als Revierförster in Herzfeld. Sein Arbeitsplatz ist der Wald. Und der ist voller Zecken. Mal mit mehr, mal mit weniger "In so richtig feucht-warmen Sommern scheinen es mehr Zecken zu sein, als in anderen Jahren. Wahrscheinlich lieben sie das schwüle Klima", sagt Röhr. Wie der nächste Sommer wird, weiß noch niemand. Zecken sind jedenfalls schon jetzt in großer Zahl aktiv. Jörg Röhr hat es erlebt. Anfang der Woche war er mit seiner 17-jährigen Tochter Anna in einem Lärchenbestand bei Möllenbeck unterwegs, als die Zecken über sie herfielen. "Die sind ja so klein, man sieht sie nicht gleich. Erst als wir wieder ins Auto stiegen, sahen wir sie auf unserer Kleidung krabbeln." Raus aus dem Wagen, die Sachen so gut es geht abklopfen und sich daheim dann richtig nach Zecken absuchen. Röhr weiß genau, was nach so einer Invasion zu tun ist. Nach einem Arbeitstag im Wald ist die "Zeckeninspektion die letzte Amtshandlung des Försters. "Das muss sein. Ich habe ganz bestimmt keine Angst vor Zecken, sonst hätte ich nicht Förster werden dürfen. Aber ich habe den nötigen Respekt."

Strichliste hat der Herzfelder nicht geführt, doch er schätzt, dass er in seinen 29 Försterjahren schon an die hundert mal von einer Zecke gebissen wurde. "Ich habe sie immer sofort entfernt, die Einstichstelle desinfiziert und in den nächsten Tagen beobachtet, ob sich was entzündet oder die immer beschriebene Wanderröte auftritt", sagt er. "Zum Glück aber ist bei mir so etwas nie passiert. Bei einem Jägerkollegen habe ich das mal gesehen. Sah ziemlich schlimm aus."

Röhr ist sich des Zeckenrisikos mit Borreliose und FSME sehr wohl bewusst. Aber er lebt damit, ist aufmerksam. "Die Gefahr durch einen Zeckenbiss infiziert zu werden, vergleiche ich eigentlich immer mit Autofahren. Nicht um die Gefahr zu verniedlichen. Nein, ganz ehrlich, heutzutage kann es einen doch jederzeit erwischen - im Wald wie auch auf der Straße." Und trotzdem vergisst Röhr - wie auch beim Autofahren - nicht, den "Sicherheitsgurt" anzulegen. "Bei uns in der Forst gelten strickte Arbeitsschutzmaßnahmen. Ganz speziell auch was Zecken betrifft", sagt er. Zeckenstiche ließen sich zwar nicht völlig vermeiden. Doch einen gewissen Schutz bietet geschlossene Kleidung. "Wir Förster tragen generell lange Hosen, langärmeliges Hemd, Hut und Jacke. Das Ganze etwas salopper und in Lagen." So nach dem Dachpfannenprinzip und mit dem Vorteil, dass Zecken, wenn sie sich denn fallen lassen, nicht in den Schuhen landen oder im Hosenbund und dann zu krabbeln beginnen." Kurze Hosen im Wald gibt es bei Jörg Röhr am besten gar nicht; Marscherleichterung erlaubt er sich allerhöchsten bei Temperaturen jenseits der 30 Grad Marke. Und daheim kommt wieder die letzte Amtshandlung. "Schließlich will ich meinen Job noch lange machen und auch nächstes Jahr wieder zum Herrentagstreffen nach Halle fahren - topfit."

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