Parchim : Religionskonflikt auf der Bühne

Christendisput: Nils Höddinghaus (Kurt, l.) und Andreas Schirra (Bischof)
Christendisput: Nils Höddinghaus (Kurt, l.) und Andreas Schirra (Bischof)

Junges Staatstheater zeigt „Nathans Kinder“: Premiere Sonnabend im Schweriner E-Werk, am 22. März im Parchimer Malsaal

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08. März 2018, 21:00 Uhr

Premiere beim Jungen Staatstheater Parchim: „Nathans Kinder“ ist die Bearbeitung des Aufklärungsklassikers Nathan der Weise von Gotthold Ephraim Lessing. Autor Ulrich Hub stellt mit Kurt und Recha die junge Generation und ihren Versuch ins Zentrum, in dem verworrenen Religionskonflikt eine eigene Position zu finden.

Die Geschichte spielt in Jerusalem zur Zeit der Kreuzzüge: Kurt, Anhänger eines christlichen Ordens, rettet Recha, die Tochter des jüdischen Kaufmanns Nathan, vor dem Feuertod. Trotz ihrer unterschiedlichen Religionen verlieben sich die beiden ineinander und versetzen sowohl den muslimischen Sultan als auch den christlichen Bischof und den jüdischen Kaufmann in Aufruhr.

Der Streit wird erst durch die Parabel der drei Ringe – jeder Ring steht für eine der Weltreligionen – gelöst: Es gibt keine „beste“ Religion, nur eine, die man für die beste hält.

Inszeniert hat das neue Parchimer Stück für Jugendliche ab 14 Jahren Frank Voigtmann, die Ausstattung liegt in den Händen von Hannah Hamburger und die Dramaturgie hat Katja Mickan. Auch in der Parchimer Inszenierung beginnt zunächst alles mit der Rettung von Recha – gespielt von Betül Okur – aus einem brennenden Haus. Gerettet wird das jüdische Mädchen von dem christlichen Kreuzritter Kurt, gespielt von Nils Höddinghaus – und damit beginnen die Probleme. Recha glaubt anfangs noch an die Rettung durch einen Engel und erzählt dies auch ihrem Vater Nathan, der von Ismael Volk gespielt wird. Doch Kurt, der sich zu Recha hingezogen fühlt, erfährt, dass sie keine Jüdin ist, sondern eine Christin.

Nach Streit und Kampf der Protagonisten aller Religionen untereinander kommt es dann schließlich doch zur Versöhnung. Am Ende sitzen alle friedlich an einem Tisch.

Die Premiere von „Nathans Kinder“ findet nicht im Malsaal des Parchimer Theaters in der Blutstraße statt, sondern im Schweriner E-Werk. Die Stücke sind bewusst so angelegt, dass sie an verschiedenen Orten gespielt werden können.

Das Parchimer Publikum bekommt diese neue Inszenierung am 22. März um 10 Uhr zu sehen. Wie unsere Redaktion in Schwerin vom Parchimer Intendanten Thomas Ott-Albrecht erfuhr, sollen künftige Premieren der Produktionsstätte des Kinder- und Jugendtheaters in der neuen Spielzeit wieder ausschließlich in Parchim stattfinden und erst danach in Schwerin gezeigt werden. Sicherlich eine gute Entscheidung, denn die Parchimer Zuschauer möchten in das Premierenfieber einbezogen werden...


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