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Heute Premiere im Landestheater Parchim : Reise mit dem Gefühl von Freiheit

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Heute öffnet sich um 19.30 Uhr im Landestheater Parchim der Vorhang zur Premiere von „Tschick“, die Geschichte einer Deutschlandreise. Dabei stehen nicht nur die Schauspieler im Fokus, sondern auch das Bühnenbild.

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erstellt am 26.Apr.2013 | 06:50 Uhr

Parchim | Wenn sich heute um 19.30 Uhr im Landestheater Parchim der Vorhang zur Premiere von "Tschick" hebt, stehen nicht nur die Leistungen der Schauspieler im Fokus, sondern auch das Bühnenbild. Auf der kleinen Bühne im Malsaal gibt es keinen Vorhang. Dort bekommt man schon beim Betreten einen ersten Eindruck von Kulissen und Requisiten, die in dem Stück Verwendung finden. Die Zuschauer können sich schon vor dem eigentlichen Auftritt der Schauspieler mit dem Stück anzufreunden.

Überall liegen Autoreifen herum, es ist dunkel und die Atmosphäre erinnert an das Reifenlager einer Vulkanisierwerkstatt. "Bei meinem Bühnenbild ist eigentlich alles schwarz und im Gegensatz dazu tragen die Künstler bunte Kleidung als Kontrast", sagt Bühnen- und Kostümbildnerin Luise Czerwonatis. Schwarz steht nicht nur für Trauer oder Schlechtes, sondern unterschiedliche Grautöne lassen dunkle Farbe vielseitig erscheinen. Im Falle von "Tschick" werden dunkle Reifen zu Sitzmöbeln und auch zum rasanten Auto. Gekonnt wird mit wenigen Mitteln gearbeitet, die aber genau eingesetzt werden.

Die freischaffend tätige Bühnenbildnerin studierte in Hamburg an der Hochschule für Bildende Kunst und arbeitete anschließend an unterschiedlichen Bühnen in Deutschland, Österreich und Slowenien. Da sie auch in der Landeshauptstadt Schwerin bereits tätig war, lernte sie die Parchimer Dramaturgin Katja Mickan, die seinerzeit ebenfalls in Schwerin agierte, kennen. So war es nur eine Frage der Zeit, wann sie sich auch an der Parchimer Bühne einmal den Kulissen und Kostümen widmete.

Zu sehen ist heute Abend eine Theaterfassung von Wolfgang Herrndorf, bearbeitet für die Parchimer Bühne von Robert Koall nach einem Jugendroman.

Worum geht es in dem Stück? Es ist der erste Tag der Sommerferien. Die Mutter des 14-jährigen Maik ist beim jährlichen Entzug, sein Vater mit jugendlicher Geliebter auf Geschäftsreise. Der Rest der Klasse eingeladen bei der Geburtstagsfeier der Jahrgangsschönsten. Und Maik allein mit Villa, Pool und 200 Euro Taschengeld. Da taucht Tschick vor Maiks Haustür auf, in einem geklauten Lada. Tschick ist noch neu in Maiks Klasse, ein Proll aus der Hochhaussiedlung, öfters betrunken, möglicherweise Russenmafia. Trotzdem steigt Maik ein. Zuerst wollen die beiden noch Richtung Walachei, Tschicks Familie besuchen, aber schon bald fahren sie einfach drauflos, die Fenster offen, als Soundtrack die einzig verfügbare Kassette, Richard Claydermans Solid Gold Collection.Tschick ist die Geschichte einer sommerlichen Deutschlandreise durch ein vertrautes, fremdes Land. Durch Orte mitten im Nirgendwo, bizarre Kraterlandschaften und fehlplatzierte Gebirgszüge, bevölkert von seltsamen, aber häufig entwaffnend freundlichen Menschen. Eine Reise, getränkt mit dem Gefühl von Freiheit und Abenteuer und gleichzeitig voller Wehmut, weil sie nicht ewig dauern kann.

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