Kriegsgräber gepflegt : Reise hinterlässt tiefe Eindrücke

Parchimer Gymasiasten besuchen das Europäische Parlament.
Parchimer Gymasiasten besuchen das Europäische Parlament.

Schüler des Friedrich-Franz-Gymnasiums in Parchim pflegten in Belgien Soldatengräber.

svz.de von
07. November 2015, 16:00 Uhr

Um sich mit der Vergangenheit Deutschlands besser auseinandersetzen zu können, hat das Friedrich-Franz-Gymnasium erneut eine Reise nach Belgien unternommen. Über 40 Schüler der 10. und 11. Klassen haben eine Woche etwas außerhalb der Stadt Lommel in einer Jugendbegegnungsstätte verbracht, welche direkt an einem Soldatenfriedhof liegt. Auf ihm befinden sich Gräber aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. Jedoch stand diese Projektfahrt nicht nur im Zeichen der Vergangenheit, sondern beschäftigte sich auch mit der Gegenwart. Theresa Beck aus der Klasse 11c fasst die Eindrücke wie folgt zusammen:

Gemeinsam mit unserer Partnerschule aus Peer und La Roche unternahmen wir eine Stadt-Rallye durch Lüttich. Später sind wir zusammen zum Bastogne-War-Museum gefahren, welches sich mit dem Zweiten Weltkrieg, vor allem in Belgien, beschäftigt und uns Schülern durch das Vorstellen von verschiedenen Einzelschicksalen einen realistischen Eindruck der damaligen Zeit bot.

Den Vormittag des nächsten Tages verbrachten wir an den Gräbern der gefallenen Soldaten. Auf unserer Fahrt wurden wir von einigen Personen begleitet, die auf diesem Friedhof Verwandte zu betrauern haben. Dazu gehörte auch Frau Neumann, welche dort ihren Vater gefunden und die Gelegenheit der Lommelfahrt genutzt hat, um ihm die Ehre zu erweisen. Drei Kranzniederlegungen waren jedoch nicht nur für die Familienmitglieder, sondern auch für uns Schüler und Lehrer ein sehr emotionales und bewegendes Erlebnis. Anschließend pflegten wir Schüler die Soldatengräber, um auf diese Weise unser Totengedenken zum Ausdruck zu bringen. Das Wandern auf den Spuren der Vergangenheit ging mit dem Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Breendonk weiter. Für unsere Generation ist es schwer vorstellbar, mit welchen sadistischen Mitteln die Menschen in diesen Lagern damals behandelt wurden. Es war erschreckend, aber zugleich sehr interessant. Der Nachmittag stand im kompletten Gegensatz zum Vormittag. Wir besuchten das Technopolis in Mechelen und konnten dort unser Kindsein noch etwas ausleben. Den letzten Tag in Belgien verbrachten wir in Brüssel, wo uns ein Besuch im Europäischen Parlament ermöglicht wurde. Durch die Hilfe unseres Mitschülers Dylan Klimpke aus der 10. Klasse hat es letztendlich doch noch geklappt, mit einem Abgeordneten zu reden, der sogar aus Mecklenburg Vorpommern kommt. Danach hatten wir individuelle Freizeit in Brüssel und haben die berühmten belgischen Pommes und Waffeln genossen.

Diese Woche war ein unvergessliches Erlebnis und ist allen Schülern, die in zwei Jahren wieder die Möglichkeit haben mitzufahren, in jedem Fall zu empfehlen. Bedanken möchten wir uns vor allem bei unseren Lehrern für die Organisation und die Betreuung während der Reise. Unser Dank gilt außerdem Herrn Schwanz, der als zusätzliche Begleitung mitgekommen ist.


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