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Parchimer Zeitung

18. Dezember 2017 | 12:08 Uhr

Parchim : Reibach machen mit Flüchtlingen?

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Einige Investoren bieten dem Landkreis seit Jahren leer stehende Wohnblocks zu Mieten wie in der Schweriner Innenstadt an

svz.de von
erstellt am 17.Feb.2016 | 18:45 Uhr

Einige Investoren wollen offenbar ihren Reibach mit der Unterbringung von Flüchtlingen machen.  Rolf Christiansen, Landrat von Ludwigslust-Parchim, sagt, es gebe Beispiele, dass Investoren, die vor Jahren ein Schnäppchen mit dem Kauf von Immobilien gemacht hätten, diese jetzt dem Landkreis zur Verfügung stellen wollen. Und für Blocks, die zehn bis 15 Jahren leer stehen, werden vereinzelt Preise verlangt   wie in der Innenstadt von Schwerin.

Solche Angebote werden ausgeschlagen. Indes ist der Landkreis Ludwigslust-Parchim ständig auf der Suche nach Wohnungen für die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen. Über 300 wurden inzwischen angemietet, so Christiansen am Dienstag auf der Mitgliederversammlung des Bauernverbandes in Parchim. Der Landrat nutzte das Podium vor den Landwirten, um sich recht ausführlich zur Flüchtlingsproblematik zu äußern.

 Derzeit leben im Landkreis rund 1900 Flüchtlinge sowie 300 unbegleitete ausländische Jugendliche. Bei den Planungen gehe der Landkreis derzeit davon aus, dass in diesem Jahr noch einmal mit den gleichen Flüchtlingszahlen wie 2015 zu rechnen sei.   Weil es keine andere Planungsgrundlage gibt.

„Mittlerweile läuft alles in einigermaßen vernünftigen Bahnen“, so Christiansen. Zum Glück müssen hierzulande Flüchtlinge  nicht wie in manchen anderen Bundesländern teils in Fabrik- und Veranstaltungshallen untergebracht werden.

„Bisher haben wird das Problem im Landkreis einigermaßen im Griff“, so der Landrat. Stärker sollen Flüchtlingsfamilien in kleinen Gemeinden untergebracht werden. Wobei Christiansen auch auf den Aspekt verwies, dass es wichtig sei, Verkehrsanbindungen zu schaffen.

Parchim und Ludwigslust seien mit ihren Gemeinschaftsunterkünften und Wohnungen ausgelastet. In Ludwigslust ist eine zweite Gemeinschaftsunterkunft kurz vor der Fertigstellung. In beiden Städten sollen keine großen Kontingente von Flüchtlingen mehr untergebracht werden.

„Es muss gelingen, die Zugangszahlen deutlich zu reduzieren“, sagte Christiansen. „Da muss etwas passieren.“ Hier seien der Bund und die Europäische Union gefordert.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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