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Parchimer Zeitung

24. Oktober 2017 | 08:04 Uhr

Parchim : Regen bringt Wald viel Zuwachs

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Baumbestand im Parchimer Stadtwald sehr vital. Wege haben durch Dauerregen gelitten. Zapfenernte bei Douglasien fällt aus.

von
erstellt am 18.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Die meiste Zeit des Tages verbringt Danilo Klaus da, wo er ohnehin am liebsten ist, im Wald. Zum Ende des Sommers dreht sich beim Chef der Parchimer Stadtforst bereits alles um das kommende Wirtschaftsjahr. Da werden die Bestände genau unter die Lupe genommen und mit Spray Bäume und Fällschneisen markiert, die den Forstleuten vorgeben, wo vorwiegend im Winter der wertvolle Rohstoff Holz geerntet wird. Wenn Danilo Klaus an seinen Schreibtisch auf dem Forsthof Kiekindemark zurückkehrt, hat er vor allem Grund zur Freude. „Unser Wald ist vital. Der außergewöhnliche Sommer mit überdurchschnittlichen Niederschlagsmengen hat leider auch uns Probleme beschert, doch den Bäumen tut der Regen gut“, ist sich der Forstexperte sicher.

Prächtige Bäume prägen den Parchimer Wald, die grüne Lunge der Stadt. Ins Auge fällt die stärkste Douglasie nur wenige hundert Meter von Kiekindemark entfernt. Sie wurde 1893 gepflanzt, hat einen Umfang von 4,52 Metern, eine exakt vermessene Höhe von 45 Metern und eine Masse von stattlichen 28 Festmetern. Da leuchten die Augen des Oberförsters und doch gibt es beim Blick in den Wipfel einen Wermutstropfen. Nur wenige Douglasienzapfen sind vom Boden aus zu erkennen. „Die Zapfenernte fällt diesmal komplett aus. Die Anzahl der Douglasienzapfen ist minimal“, so Danilo Klaus. Das ist bedauerlich, komme aber alle drei, vier Jahre vor. Auch Eicheln und Bucheckern sind diesmal rar. Ob Klimaeinflüsse alleinig dafür verantwortlich sind, ist nicht klar. Zufrieden kann der Forstmann mit dem Holzzuwachs in diesem Sommer sein. „Besonders starke Baumringe werden noch in Jahrzehnten an den Regensommer 2017 erinnern“, meint der Forstmann. Er geht davon aus, dass der aktuelle Jahresring bis zu einen Zentimeter stark ausfallen wird. Auch den Baumkronen ist deutlich anzusehen, dass die Bäume deutlich zugelegt haben. Die Befürchtung, dass mit der nassen Witterung auch die Schädlinge Auftrieb bekommen, hat sich bislang nicht bestätigt. „Wir haben den Borkenkäfer und auch die Schurken des Waldes, die kleinen Nager, die großen Schaden anrichten können, weiter gut im Griff“, sagt Danilo Klaus.

Sorgen bereitet dem Stadtforstchef der wetterbedingte Zustand einiger Waldwege. „Wir nehmen regelmäßig viel Geld in die Hand, um die Hauptwege in unseren Wäldern in Schuss zu halten. So wurde eine feinkörnige Deckschicht aus recyclingfähigen und zertifizierten Material im Buchholz und am Sonnenberg von Slate bis Kiekindemark aufgebracht. Doch der Regen hat diese Arbeiten plötzlich unterbrochen und sie müssen später fortgeführt werden. Ziel bleibt, den Erholungswert des Waldes auch nach der Bewirtschaftung für Naturfreunde und Jogger zu erhalten“, stellt Danilo Klaus klar.

Schritt für Schritt umgesetzt wird die neue Beschilderung der Waldwege und einiger Highlights. Das Orientierungssystem mit informativen Tafeln und Zeichen hat Holger Geick zusammen mit der Forst entwickelt. Auch an Räuber Vietings Höhle wird bald eine Tafel aufgestellt.

Gut durch das Jahr gekommen ist das Wild. „Schwarzkittel gibt es in großer Zahl. Die Jagd dürfte sich lohnen“, meint der Oberförster.

 

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