Prozess in Parchim : Raser-Einspruch abgewiesen

svz.de von
22. November 2018, 09:42 Uhr

Wolfgang F. aus Kiel war mit seinem Mercedes auf der A 24 bei Hagenow mit 154 Stundenkilometern geblitzt worden. Da ihm deshalb ein einmonatiges Fahrverbot drohte und er dadurch seine berufliche Existenz gefährdet sah, erhob der selbstständige Maurer Einspruch. Bei der Verhandlung vor der Parchimer Zweigstelle des Amtsgerichts schloss Richter Kai Jacobsen einen Vorsatz des Beschuldigten aus. Er kenne die örtlichen Verhältnisse, so der Richter, und wisse, dass dort nach der Geschwindigkeitsbeschränkung über fast fünf Kilometer kein weiteres Schild daran erinnere. „Ich habe mich deshalb schon oft mit den Behörden angelegt.“ Richter Jacobsen wollte aber kein Geld für irgendwelche Gutachten verpulvern. „Der Geschwindigkeitsverstoß war schon gravierend.“ Zudem habe der Beschuldigte leider noch zwei einschlägige Voreintragungen auf seinem Konto. Deshalb könne er froh sein, so der Richter, dass kein längeres Fahrverbot verhängt worden sei. Für eine Reduzierung des Fahrverbots bedürfe es aber der Zustimmung der Schweriner Staatsanwaltschaft. Richter Jacobsen: „Wir haben das Oberlandesgericht Rostock im Nacken.“ Falls die Staatsanwaltschaft einverstanden sei, werde das Bußgeld auf 600 Euro erhöht, kündigte Jacobsen an. „Sie können Ratenzahlung über 12 Monate beantragen“, riet der Richter dem Beschuldigten.

hkam

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