DDR-Nostalgie-Museum in Dabel : Raritäten von besonderem Wert

Marcus Schmied zeigt den uralten DDR-Computer.
1 von 4
Marcus Schmied zeigt den uralten DDR-Computer.

Das DDR-Nostalgie-Museum im Dabeler „Storchennest“ hat ordentlich zugelegt: Etwa 500 Exponate mehr seit der Eröffnung am 1. Mai.

svz.de von
21. August 2016, 07:00 Uhr

Es gibt Neuigkeiten aus dem Dabeler DDR-Nos-talgie-Museum im dortigen „Storchennest“ zu vermelden. „Museumswächter“ Marcus Schmied, der Sohn des Hauses, zeigt voller Stolz Exponate, die es vor kurzem hier noch nicht gab. „Rund 500 Ausstellungsstücke sind seit der Eröffnung am 1. Mai dieses Jahres hinzugekommen. So dass wir bald aus allen Nähten platzen und überlegen, eventuell anzubauen.“

Und was für Exponate das sind! Evelin Schmied, die Betreiberin des „Storchennestes“, zeigt die imposantesten Stücke: ein Mokka-Service aus der Porzellan-Manufaktur in Kahla. Was noch gar nichts heißen will. Aber das Nonplusultra: Auf dem Geschirr ist die Dabeler Mühle abgebildet. „Dieses Mokkaservice wurde Anfang der 70er-Jahre hergestellt; in einer einzigen Auflage. Doch wer der Auftraggeber war, ist uns leider unbekannt“, so Marcus Schmied. „Mitgebracht haben es uns Besucher aus Kahla, die wohl mal in der dortigen Manufaktur gearbeitet haben.“

Doch vielerorts wurden noch viele andere DDR-Schätze aus Kellern und Böden ausgegraben. Und das meiste wurde dem Dabeler Museum überlassen. Aus Holzendorf beispielsweise stammt ein uralter, wohl einer der ersten DDR-Arbeits-Computer der Marke A 7100. Der Standard-Computer stammt von Anfang der 80er-Jahre und kostete damals 25 000 stolze Ostmark. Heute ist er ein begehrtes Sammlerobjekt.

Bei einem Spaziergang durch das Museum wird man weiter fündig. Zwei stramme DDR-Volkspolizisten stehen hier auf Wacht und wecken Erinnerungen. Gespendet hat sie dankenswerterweise das Sternberger Polizeirevier.

Neu hinzugekommen sind auch viele Werkzeuge, Medaillen und Münzen, Etiketten von Obst- und Marmeladengläsern, von Butter und Fischdosen, Prospekte und Haushalts-Klein-Gegenstände. Aber auch etliche Lebensmittel wie zum Beispiel Suppentüten mit Inhalt, die inzwischen „Altertums- und Qualitätsstatus“ wie gelagerte Weine erreicht haben.

Doch die Sammelwut geht weiter. Und das nicht nur bei den Museumsbetreibern selbst. Auch viele andere Nostalgie trächtige Bürger hat das Stöbern nach DDR-Erinnerungsstücken erfasst. „Uns ist schon die Überlassung einer immensen Uhrensammlung von einem Schweriner Uhrmacher angekündigt worden“, weiß Marcus Schmied zu erzählen und freut sich schon darauf.

„Als wir am 1. Mai dieses Jahres unser DDR-Nostalgier-Museum anlässlich des ersten Familienfestes eröffneten, ahnten wir noch nicht, welche Kreise das einmal ziehen würde“, erzählt Evelin Schmied. „Auch die Besucherzahlen sind gleich geblieben. Selbst aus der Schweiz und aus Holland sind Besucher gekommen, für die wir extra öffnen mussten.“ Und weiter: „Inzwischen – wir haben bereits das vierte Familienfest gefeiert, jeden Monatsanfang eines – waren viele schon mehrmals hier. Nachdem sie ihre Böden und Keller leergeräumt hatten. Und das waren vor allem jene Leute, die vieles zu DDR-Zeiten schätzen gelernt haben.“

Jetzt gibt es erstmal noch zwei weitere Familienfeste, dann ist Ruhezeit angesagt. Doch auch im Winter kann man das Museum besuchen; allerdings nach Voranmeldung, war zu hören. Und schon zu Beginn der Adventszeit Anfang Dezember wartet der nächste Höhepunkt auf die Besucher des „Storchennestes“. „Da schwebt uns, der Jahreszeit angepasst, ein buntes Feuerfest vor“, weiß Evelin Schmied zu erzählen. „Hier wollen wir uns vor allem auf einheimische Mitmacher spezialisieren. Der genaue Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben.“ Und sie fügt an, dass man ja auf dem drei Hektar großen Areal des „Storchennestes“ einen großen Lagerfeuer-Platz habe. „Das könnte der Ausgangspunkt sein für weitere Feuerstellen und Feuershows. Ich jedenfalls würde das Fest dann mit ,feurige Gemütlichkeit‘ überschreiben.“ Und vielleicht könne der eine oder andere sich ja schon einmal melden, womit er zu diesem Fest beitragen könne.

Die Hausherrin erinnert sich, dass hier sogar mal eine Hochzeit gefeiert wurde. Es war Andreas Knebel aus Wamckow, der mit seinen Gästen ausgiebig feierte. „Aber auch Schulklassen haben uns im Rahmen des Geschichtsunterrichts besucht und waren begeistert. Ebenso Dabeler Kita-Kinder“, so Evelin Schmied. Sohn Marcus indes hat seine Fühler schon weiter ausgestreckt und Verbindung zu anderen Vereinen und Museen aufgenommen. So zum Raketenmuseum in Demen, zum IFA-Verein Schwerin, zum Oldtimer-Club Langenhagen und zum Java-Klub in Plau am See. Zusammen sollen künftig Feste ausgerichtet werden.

„Uns ist es endlich nach vielen Jahren gelungen, den Dabelern dieses schöne Objekt näher vor Augen zu führen, das viele noch nicht kannten“, resümiert die Hausherrin.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen