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Ludwigslust-Parchim : Radfahrer im Visier der Polizei

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Auftakt zu themenorientierten Verkehrskontrollen im Landkreis: Beleuchtung und Tempo stehen im Mittelpunkt

von
erstellt am 04.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Auftakt für die alljährlichen themenorientierten Polizeikontrollen im Landkreis: Gestern früh in der Ziegendorfer Chaussee in Parchim, Höhe Brücke zum Plümperwiesenweg wurden etliche Radfahrer von der Polizei gestoppt. Der Grund war meist zweifach, sie waren ohne Licht und in falscher Fahrtrichtung unterwegs.

„Im gesamten Polizeiinspektionsbereich finden die themenorientierten Verkehrskontrollen statt, diesmal mit den Schwerpunkten Beleuchtung und Geschwindigkeit“, sagt Klaus Wiechmann von der Polizeiinspektion Ludwigslust. Und so richteten die Beamten des Parchimer Hauptreviers ihre Kontrollstelle in der Ziegendorfer Chaussee ein. Polizeihauptkommissar Nico Blank leitete gestern früh die Aktion.

Kurz nach 6 Uhr radeln die ersten Verkehrssünder in die Kontrollstelle. „Fahren ohne Licht ist sehr gefährlich, man mag selber sehen, aber wird man auch von anderen Verkehrsteilnehmern rechtzeitig erkannt“, fragt der Beamte. Er und seine Kollegen hatten gestern viel zu tun.

Das liegt auch an der speziellen Situation: Kommen die Radler von der Brücke auf die Ziegendorfer Chaussee, so endet der Radweg. Dann heißt es „absteigen und schieben bis zum Westring oder die andere Straßenseite nutzen, denn es gilt das Rechtsfahrgebot“, klärt Blank auf. Dabei hat er durchaus Verständnis für die Radler, die nicht zwei Mal die Fahrbahn überqueren wollen. Der Polizist will das Problem auch mit der Stadt noch einmal bereden. Ein Schild „Ende Radweg, Radfahrer absteigen“ wäre möglich oder eine Verbreiterung des Fußwegs. Lutz-Peter Jakobi von der Stadt sagte gestern auf Nachfrage unserer Zeitung dass er sich dieses Problem noch einmal vor Ort ansehen und nach Lösungen suchen werde. Derweil hatten die Polizeibeamten etliche Radler – vom Kind bis zum Erwachsenen – angehalten. Die meisten fuhren ohne Licht wie ein 28-jähriger Mann, der meinte, er käme von der Nachtschicht und bräuchte kein Licht. Ein 41-Jähriger meinte gar, dass er auch ohne Licht weiter fahren könne, er hätte nun bezahlt. Eine Frau sagte, dass sie keine Zeit habe, „ich muss los“ lautete ihr Kommentar.

Polizeioberrat Wulf Nehls von der Polizeiinspektion Ludwigslust weist darauf hin, dass „Parchim als größte Stadt im Landkreis auch die meisten Radunfälle verzeichnet“. Bis 1. Oktober registrierte die Polizei 31 Unfälle in der Kreisstadt mit Radlern, dabei wurden 27 Personen verletzt. Neben der falschen Benutzung von Straßen und Vorfahrtsregeln spielt auch der Teufel Alkohol eine große Rolle. „Ab 0,3 Promille und ersten Ausfallerscheinungen kommt der Fall zur Staatsanwaltschaft“, sagt Nehls.

Katja Hoppe von der Polizeiinspektion erinnert an einen Unfall Anfang September, als ein Fahrradfahrer beim Zusammenstoß mit einem Auto leicht verletzt wurde. Der 17-Jährige soll die Ludwigsluster Chaussee trotz roter Ampel überquert haben und dabei von einem abbiegenden Pkw erfasst worden sein. Der Jugendliche wurde leicht verletzt.

Bis Ende August wurden inspektionsweit 276 Unfälle aufgenommen, bei denen vier Tote zu beklagen waren und 101 Personen verletzt wurden. „Als Hauptursache kam überhöhte Geschwindigkeit in Betracht. Deshalb haben wir gestern auch eine Geschwindigkeitsmessung durchgeführt“, sagt Blank. Dabei geht es den Beamten gar nicht um das „Abkassieren“, sondern sie wollen in erster Linie die Verkehrsteilnehmer sensibilisieren, denn „gerade in der jetzt aufkommenden dunkleren Jahreszeit ist die Beleuchtung sehr wichtig“, sagt Katja Hoppe und verweist auch darauf, dass die Kraftfahrer im Oktober kostenlos in den Werkstätten ihre Lichtanlage am Fahrzeug einstellen lassen können. Auch in den kommenden Tagen müssen Rad- und Autofahrer mit weiteren Kontrollen rechnen.

 

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