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Bürgerbeteiligung : Rabensoll: Spielspaß kann starten

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Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

„Bürgerspielplatz“ mängelfrei abgenommen / Anwohnervorschläge verwirklicht / Schüler entschieden sich in Weststadt für Kletteranlage

von
erstellt am 22.Okt.2014 | 10:32 Uhr

Parchim Auch wenn gestern das Herbstwetter nicht gerade einladend war, um im Freien ausgiebig zu spielen, gab es in Parchim für die Ferienkinder durchaus Grund zur Freude. Nach wochenlanger Wartezeit (wir berichteten) ist wie versprochen, der viel diskutierte Spielplatz Am Rabensoll nun wie zuletzt versprochen in den Herbstferien frei gegeben worden. „Es gab bei der Abnahme keine Mängel und kann somit sofort genutzt werden“, so der Sprecher der Stadtverwaltung. Die noch ausstehenden Bepflanzungen sollen im  November folgen. Auch der neu eingesäte Rasen ist inzwischen gut aufgelaufen. Die von den Anwohnern gewünschten Fahrradlehnbügel sollen ebenfalls im November folgen.

Der 32. Spielplatz der Stadt Parchim ist durchaus etwas Besonderes. Das dafür benötigte Geld stammt aus einer 50 000-Euro-Spende des Windanlageninvestors UKA Rostock, der in Sichtweite einen umstrittenen Windpark aufbaut. Die Stadt steuerte zusätzlich rund 5000 Euro für die Planung bei. Bei der Gestaltung hatten die Anwohner – Kinder, Eltern und Großeltern – ein gewichtiges Wot mitzureden. Im Rahmen des Projektes „Bürgerhaushalt“ waren sie mehrfach eingeladen, um ihre Vorschläge zu unterbreiten. Dabei kamen Wünsche auf den Tisch, die teilweise umgesetzt werden konnten. So gibt es viele Spielmöglichkeiten für mehrere Generationen, darunter das beliebte Federgerät „Die Bienenkönigin“. Neu sind ein Sandspielplatz, eine Schutzhütte, ein Streetball-Ständer, eine Kletteranlage mit Rutsche und Aufstieg, eine Doppelschaukel und eine Bank für die Jugendlichen neben der Betonfläche, die sich für Ballspiele bestens eignet. Auch Geräte, die es vor dem Umbau schon gab, konnten wunschgemäß erhalten werden. Dazu zählen die Tischtennisplatte, die Bolztore, zwei Federgeräte, die aufgewertete Betonplatte und mehrere Bänke. Der Weg über den Spielplatz wurde mit einer so genannten wassergebundenen Deckschicht befestigt.

In wenigen Tagen wollen sich auch die Mitglieder des zeitweiligen Ausschusses „Bürgerhaushalt“, der seit rund zwei Jahren von Stadtpräsident Dirk Flörke geleitet wird, vor Ort ein Bild machen, ob sich die Mühen gelohnt haben. Bislang ist der Spielplatz auch das einzige Projekt, dass unter dem Namen „Bürgerhaushalt“ ins Laufen kam. Für Kritiker ist es allerdings nur ein Alibi für eine Bürgerbeteiligung neuer Qualität. Schließlich sei das Geld im Wesentlichen nicht aus dem Stadthaushalt gekommen. Somit war die Wahlmöglichkeit faktisch nicht gegeben.

Das Bürgerbeteiligung beim Spielplatzneubau in der Kreisstadt auch ohne „Bürgerhaushalt“ bestens funktioniert hat sich in der Weststadt schon vor Jahren und nun noch einmal gezeigt. Eltern und Schüler der Grundschule West haben sich schon lange für die Pausen einbe Rutsche gewünscht. Das ließ sich nach Expertenmeinung auf dem Schulhof leider nicht umsetzen. In der Stadtverwaltung entstand die daraufhin die Idee, den vorhanden Spielplatz zu ergänzen. Das macht Sinn, weil das Areal von den Schülern in den Unterrichtspausen und beim Hortaufenthalt gut genutzt wird.

Die Schüler haben sich schließlich für eine Kletteranlage mit Rutsche entschieden. Und die ist nun ebenfalls fertig und konnte nach Prüfung freigegeben werden. Die Kletteranlage kostet knapp 18 000 Euro (incl. Montage und Fallschutz) und konnte mit Geld aus dem laufenden Haushalt bezahlt werden.

Damit gibt es in der Kreisstadt zwei neue Spielmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche. Insgesamt gibt es im Stadtgebiet 27 Spielplätze zu verschiedenen Themen. Nicht nur die fantasievolle Gestaltung, sondern auch der gute Zustand dieser Einrichtungen findet überregional Achtung und Aufmerksamkeit. Der städtische Betriebshof ist für die wöchentlichen Kontrollen zuständig und der TÜV sorgt für die Sicherheit. Bestnoten bestätigen seit Jahren das Engagement der zuständigen Mitarbeiter. Sorgen bereitet allerdings mitunter die Sauberkeit. Die Reinigungskräfte kommen kaum noch hinterher, um leere Flaschen, Zigarettenkippen und Kleinmüll zu beseitigen.

 

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