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Parchim : Publikum feierte Kult-Autor Wladimir Kaminer

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Parchim liest: Wladimir Kaminer erneut zu Gast in der Kreisstadt

svz.de von
erstellt am 09.Nov.2017 | 20:45 Uhr

Parchim Kommt das Buch nicht nach Hause,  wandert der Leser eben zum Buch. So oft geschehen am vergangenen Mittwoch in der Parchimer Stadthalle. Mit Wladimir Kaminer hatten sich die Organisatoren rund um „Parchim liest“ einen wahrhaft leuchtenden Stern vom Autorenhimmel gepflückt und ihn vor ein zahlreich erschienenes Publikum gesetzt. Spätestens seit seinem Buch  „Russendisko“  und dessen erfolgreicher Verfilmung  hat der gebürtige Moskauer, der „die deutsche Sprache als sehr plastisch im Gegensatz zur russischen“ schätzt, einen Fuß in der deutschen Literaturlandschaft. Und einen nicht unbeachtlichen Platz in den Herzen der Leser sowieso.

Hans-Jürgen Weickelt aus Parchim, eigentlich leidenschaftlicher Krimi-Leser, ließ sich auf „Russendisko“ ein und stellte fest: „Ich habe lange nicht mehr so viel gelacht.“ Doch auch unbedarfte Bücherwürmer und diejenigen, die es werden wollten, fanden ihren Weg zur Lesung.  Ingeburg Burzlaff und Tochter Claudia Buchholz kamen mitsamt Freundin Heidelinde Paul allesamt aus Grabow in die Kreisstadt.

„Wir kennen ihn alle aus dem Fernsehen. Der ist so sympathisch!“, schwärmt es aus aller Munde. Diese Meinung teilen sie hier mit vielen, die aufgrund der Person Kaminers einfach mal so schauen und hören wollten. Und sie wurden nicht enttäuscht. Nach der gemeinsamen Lektüre eines Kapitels des neuesten Buches „Einige Dinge, die ich über meine Frau weiß“ wusste auch das durchweg herzlich lachende Publikum Bescheid über Ehefrau Olga, die nur mit zahlreichen teuren Wintermänteln und nagelneuen Taschen gut über die Winterdepression hinwegkommt und eine Schwäche für portugiesische Tischservietten hegt.

Doch der Titel des Buches des Titels  trügt; auf Nachfrage lässt der Autor durchblicken:  „Das ist kein Buch über meine Frau - sie ist nur das Versuchskaninchen. Mir ging es darum, das geheime Wesen der Frauen zu ergründen.“  Und schwenkt über zu  einem  gemeinsamen Urlaub auf dem Kreuzfahrtschiff, wo die „Mischung von Weltuntergang und Party“ für Wladimir Kaminer  den „Geist unserer Zeit“ widerspiegelt.  Er wird den Kreuzfahrten wohl ein eigenes Werk widmen „das Buch meines Lebens!“, heißt es mit einem Augenzwinkern.

Und auch das wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Selbstläufer für den Autor, der eigentlich nur ein Thema in seinen Werken kennt: „Das Drama. Aber auch über Tragödien muss man lachen können. Denn sonst führen sie in eine Sackgasse.“

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