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Elefantenhof Platschow : Praktikant hat coolsten Job der Welt

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Marlon (17) tritt in die Fußstapfen seines in Zirkuskreisen berühmten Vaters Sonni Frankello.

von
erstellt am 18.Jul.2015 | 16:00 Uhr

Für den 17-jährigen Marlon ist es keine Frage, er hat als Praktikant den coolsten Job der Welt. Als er vor einem Jahr nach Abschluss der 10. Klasse vor der Entscheidung stand, wie es für ihn nun weiter geht, fiel die Wahl nicht schwer. „Dass ich etwas mit Tieren machen will, ist mir schließlich mit in die Wiege gelegt worden“,  erzählt der junge Mann. Als jüngster Spross der Zirkusfamilie Frankello gehörten kleine und vor allem große Tiere schon immer ganz selbstverständlich zu seinen Spielkameraden. Doch der Job eines Praktikanten hat auf dem Elefantenhof in Platschow nicht nur mit Spaß, sondern vielmehr mit anstrengender Arbeit zu tun. Doch, wenn Marlon den Besuchern, die von März bis November aus ganz Deutschland und darüber hinaus zu Tausenden nach Platschow kommen, von seinem Tagesablauf als Praktikant berichtet, spürt man, dass es ihm Spaß macht.

Sein erster Weg führt morgens in den Stall. Dort wird er von Rashid, Jamal, Kassin, Lorenz, Mercedes und Shiki, den sechs Kamelen, schon erwartet. Bevor es Futter gibt, muss ausgemistet werden. Lorenz, das mit rund anderthalb Jahren jüngste Trampeltier, weicht Marlon  nicht von der Seite. „Lorenz ist sehr anhänglich. Er wurde mit der Flasche aufgezogen. Wir verstehen uns einfach gut“, bringt es Marlon auf den Punkt. Die anderen fünf Kamele scheinen etwas neidisch die Sonderrolle von Lorenz zu beäugen. Bevor sich die Tore des Elefantenhofes am späten Vormittag für Besucher öffnen, haben alle Frankellos  jede Menge zu tun. Schließlich will man sich jeden Tag aufs Neue von der besten Seite präsentieren.

Marlon hat inzwischen auch die beiden indischen Elefanten, die zur zehnköpfigen Dickhäutertruppe gehören, auf den Tag eingestimmt. „Marlon weiß genau, wie man mit ihnen umgehen muss“, meint sein Vater Sonni Frankello nicht ohne Stolz. Als einer der weltbesten Dompteure für Elefanten kann er sicher sein, dass seine Söhne Erwin und Marlon und Tochter Jennifer die Zirkustradition in der dann schon achten Generation fortführen werden. Schon als 11-Jähriger hat Marlon mit seinem Huhn Tweety beim Kinderzirkusfestival für Aufsehen gesorgt. Der gefiederte Star wurde seinerzeit nicht vom Lieblingshuhn der Familie, das auf den Namen Lady Gaga getauft worden war, sondern von einer Taube ausgebrütet. Marlon hat geduldig mit Tweety geübt und beide wurden schließlich im  Chapiteau gefeiert.

Nun  träumt  Praktikant Marlon davon, dass er mit Elefanten und seinen Kamelen die Herzen der Zirkusfans erobern kann. Aber das kann noch dauern, denn vor dem Erfolg steht erst einmal viel Arbeit und Geduld.

Wie es nach dem einjährigen Praktikum ab Herbst für Marlon weiter geht, steht noch nicht fest. „Der Beruf des Tierpflegers würde mich schon interessieren“, meint er. Noch hat er nicht den passenden  Ausbildungsbetrieb gefunden. Doch eins wäre ihm  wichtig. Es sollten schon die großen Tiere sein. Er teilt mit seinem Vater, dem die grauen Riesen aufs Wort gehorchen, ein kleines Geheimnis: Beide haben Angst vor Mäusen.

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