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Parchimer Zeitung

22. Oktober 2017 | 19:28 Uhr

Politzank um das Parchimer Theater

vom

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erstellt am 08.Jun.2011 | 05:06 Uhr

Parchim | Was der Kultusminister nicht schaffte, ein paar Provinzpolitikern aus dem Landkreis Ludwigslust könnte es gelingen, nämlich das Parchimer Theater zu Fall zu bringen. Denn um die Sanierung der Parchimer Spielstätte ist ein heftiger Streit entbrannt. Die Rede ist davon, dass der Ludwigsluster Teil des neuen Landkreises Parchimer "wiederentdeckte Altlasten" finanzieren solle, so Ludwigslusts FDP-Chef Thomas Heldberg. Anlass ist eine Beschlussvorlage, über die in den nächsten Wochen die Kreistage Parchim und Ludwigslust entscheiden sollen.

Maximal sieben Millionen Euro soll die Sanierung des Mecklenburgischen Landestheaters kosten, weist ein Gutachten aus. "Das ist die höchstmögliche Summe", sagt Günther Matschoß, erster Stellvertreter des Landrats. Mitglieder des Theater-Zweckverbands sind Landkreis und Stadt Parchim, der Kreis würde wohl 70 Prozent der Modernisierung zahlen. Warum kommt die Diskussion erst kurz vor dem Zusammenschluss der Kreise auf? Ganz einfach, begründet Matschoß, vorher sei die Zukunft des Theaters ungewiss gewesen. Erst die Anfang dieses Jahres gemeinsame Holding mit dem Volkstheater Rostock erfüllte die Bedingungen der Landesregierung. Mit der Planungssicherheit habe man auch das Thema der Spielstätte neu angefasst.

Die Beschlussvorlage, die nun in der Ludwigsluster Provinz für aufgeregte Kommentare sorgt, ist zunächst nur das Ergebnis einer bautechnischen Untersuchung. Und weil die Sanierung eine Investition in die Zukunft ist, muss nach dem Landkreisneuordnungsgesetz auch Ludwigslust beteiligt werden. Alles weitere ist offen und gestaltbar. So favorisieren die Parchimer ein Partnerschaftsmodell mit der Wirtschaft, wie es bei der Sanierung des Lübzer Gymnasiums kostengenau geklappt hat. Das heißt, ein Bauunternehmen geht in Vorleistung, liefert das sanierte Gebäude ab und der Kreis zahlt Miete.

Die Kreistagsabgeordneten werden also mit den vorliegenden Beschlüssen um ein politisches Bekenntnis zum einzigen Kinder- und Jugendtheater gebeten. Und eine Bühne brauchen Theaterleute nun einmal. Vor der sitzen übrigens nicht wenige Jugendliche aus der Ludwigsluster Region des künftigen Großkreises ganz gern. Aber das müssen dort agitierende Politiker ja nicht wissen...

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