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Ludwigslust-Parchim : „Politik ist von heute an messbar“

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Zwei Jahre Diskussionen, viele Bürgerforen: Wie geht es nach dem Kreistagsbeschluss mit dem Zukunftskonzept weiter?

von
erstellt am 16.Okt.2017 | 20:30 Uhr

„Ich kann mich nicht daran erinnern, dass über irgendeine Beschlussvorlage so intensiv beraten wurde wie über das Kreisentwicklungskonzept.“ Linken-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Bohnstedt ist fast die Erleichterung darüber anzumerken, dass es geschafft ist. Der Kreistag hat das Konzept auf seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Es legt die Zukunftsperspektiven für den Landkreis Ludwigslust-Parchim bis 2030 fest.

„Das Kreisentwicklungskonzept KEK ist eine ganz wichtige Arbeitsgrundlage für Kreistag und Kreisverwaltung“, sagt Landrat Rolf Christiansen (SPD). Der spannende Prozess der Umsetzung beginne jetzt. Christiansen: „Es ist ein atmendes lebendes Konzept, das nicht in der Schublade verstauben soll.“

Lebendig wird es, wenn es um die Urheberschaft geht. Der Vorsitzende des KEK-Ausschusses (Verwaltungsmodernisierung und Kreisentwicklung) Nico Skiba (CDU) schickt eine Spitze in Richtung Landrat: „Begonnen hatte alles mit einem CDU-Antrag, der damals noch abgelehnt wurde.“ Das sei aus inhaltlichen und formalen Gründen geschehen, konterte Christiansen. Längst sei damals der Verwaltungsmodernisierungsausschuss mit der Materie befasst gewesen...

Wie auch immer, CDU-Mann Nico Skiba ist zufrieden mit dem Ergebnis: „Unsere zukünftige Arbeit wird nie mehr ohne KEK möglich sein.“ SPD-Fraktionschefin Dr. Margret Seemann zitiert sogar in freier Rede den römischen Philosophen Seneca: „Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind der richtige.“ Das KEK sei der Hafen, 66 Seiten, unterteilt in drei Handlungsfelder: „Starker Wirtschaftsstandort / Nachhaltiger Lebensraum / Lebenswerte Orte“. In erster Linie gehe es darum, die Herausforderungen der demografischen Entwicklung zu meistern und dabei den Landkreis so zu entwickeln, dass die Menschen hier gerne wohnen, leben und arbeiten.

Jetzt gelte es für Kreisverwaltung, Kreistag und Bürger, gemeinsam am Konzept weiterzuarbeiten: „Das KEK soll die Grundlage für Veränderungen bei neuen Herausforderungen bilden und nicht für das Festhalten an Bestehendem.“

Auch CDU-Fraktionschef Wolfgang Waldmüller hofft, „dass es jetzt erst richtig losgeht.“ Politik sei von nun an mess- und abrechenbar: „Das ist für uns heute ein guter Tag. Das KEK 2030 ist ein Ergebnis, über das man froh sein kann.“ Nichts wäre allerdings schlimmer, als wenn das Konzept „in der Versenkung verschwinden“ würde, so Linken-Fraktionschef Wolfgang Bohnstedt. Im Gegenteil, es sollte „die Kreistagsarbeit stärker bestimmen.“ Bohnstedts Voraussage: „Der Landkreis wird sich erfolgreich weiterentwickeln, wenn er sich an das Kreisentwicklungskonzept hält.“ Ein Änderungsantrag der Linken setzte sich allerdings nicht durch. Darin wurde eine zweijährige Evaluation des KEK gefordert. Dr. Margret Seemann: „Zur Evaluation hatte der Ausschuss sich verständigt, dass dafür ausreichend Zeit benötigt wird und Erfahrungen gesammelt werden müssen, bevor eine tiefgründige Auswertung mit richtungsweisenden Schlussfolgerungen erfolgt.

>> Informationen zum Zukunftskonzept

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