Parchim : Pogromnacht unvergessen

In der Rosenstraße wurde gestern erinnert. Fotos: W. Pätzold
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In der Rosenstraße wurde gestern erinnert. Fotos: W. Pätzold

Wo früher die Parchimer Synagoge stand wurden Kränze niedergelegt

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09. November 2015, 12:23 Uhr

Geblieben ist nur ein Foto und eine Tafel zur Erinnerung. In der Rosenstraße gab es bis zum 10. November 1938 eine Synagoge der jüdischen Gemeinde Parchim. Obwohl das Gebäude vor 77 Jahren von fanatischen Nationalsozialisten vernichtet wurde, ist es keinesfalls vergessen. Das wurde gestern vormittag deutlich, als sich dort Vertreter aller Fraktionen der Stadtvertretung, der Bürgermeister und Gäste zu einer Gedenkveranstaltung trafen. Bürgermeister Dirk Flörke, bis vor kurzem Geschichtslehrer am Gymnasium, stellte klar: „Der 9. November ist ein prägender Tag“. Seine Schüler hätten oft gefragt, warum die Juden so lange still gehalten haben. Aber sie hätten es selbst nicht für möglich gehalten, dass das, was Deutsche den Juden angetan haben, möglich sei. Schon 1935 musste es die Kaufmannsfamilie Ascher am eigenen Leib spüren. Nationalsozialisten trieben sie durch die Stadt zum Rathaus. Für Dirk Flörke sei es ein bedrückendes Gefühl gewesen, als er bei einem Besuch in Israel lesen musste, dass Parchim zu den Städten in Deutschland gehört, in denen es seit der Naziherrschaft keine jüdische Gemeinde mehr gibt.

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