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alt Damerow : Pingelhof und Theater – das passt

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Junges Staatsheater Parchim verabschiedet sich mit „Auf ein Bier am Klavier“ in die Sommerpause

„Den Pingelhof erobern“, metaphorisch gesprochen natürlich, das wollten die Schauspielerinnen und Schauspieler des Jungen Staatsheaters Parchim am vergangenen Wochenende. Die Kulisse in Alt Damerow, eingebettet zwischen den jahrhundertealten Häusern und mit Platz für zahlreiche Gäste im Hofinneren, war bestens geeignet für dieses ehrgeizige Ziel.

So war es nicht nur das Talent des Schauspielensembles, sondern auch die Atmosphäre, welche zu dem gelungenen Abend beitrug. Liebevoll mit Kerzen und Tischdecken hergerichtete Bierbänke, schmale Lichterketten, bunte Lampions und nicht zuletzt ein wohliges Magengefühl dank Suppe und Schmalzstulle – all diese Details rundeten das Geschehen ab. Man machte es sich mit einem Getränk gemütlich, kam mit dem einen oder anderen ins Gespräch und genoss die Stimmung.

Dass sich kurz vor der Vorstellung noch einmal Petrus von seiner unangenehmen Seite zeigte, konnte bestenfalls geahnt werden. So floh das Publikum, am Anfang sich noch mutig mit zahlreichen Regenschirmen dagegen wappnend, letztendlich doch unter Dächer und Pavillons, drängte sich am Gulaschsuppenstand oder bestellte sich eben noch ein weiteres Bier, was letztendlich ja auch Thema der Veranstaltung war. Punkt halb acht klarte es allmählich wieder auf, die Bänke wurden dank erstklassigen Services wieder trocken gewischt und die ertrinkenden Kerzen neu entzündet.

So konnte das Stück beginnen. „Auf ein Bier am Klavier“, seit Monaten wohl eines der Lieblingsstücke des Publikums, erreichte auch diesmal wieder die Ohren und Herzen der Zuhörer. Die Lieder aus den verschiedenen Genres wie Oper, Komödie oder Pop/Rock, teilweise auf Englisch, manchmal neu interpretiert und immer gewürzt mit zahlreichen Anekdoten der Interpreten selbst, fesselten, berührten oder ließen mitschunkeln. Die lockere, ständig wechselnde, fast schon selbstverständliche Nutzung der verschiedensten Instrumente und das Interagieren der Mitglieder lassen auf ein liebgewonnenes Stück und zudem eine eingeschworene Gemeinschaft schließen.

So wird „Auf ein Bier am Klavier“ zu einem gefeierten Abschied . Adieu an das Stück selbst, „ Es war ein loses, freies Skript und hat sehr viel Spaß gemacht“, sagt Julian Dietz, welcher auch die musikalische Leitung hatte. Adieu an die Schauspielerin Wiebke Rohloff, die mehr als acht Jahre auf den Parchimer Brettern stand und mit einem „Don´t Speak“ von No Doubt, vorgetragen von ihren Kollegen und wohl auch Freunden des Ensembles, verabschiedet wurde. Adieu auch an die Maskenbildnerin Sophia Mey , sowie Clemens und Lennard, die beide ein freiwilliges, soziales Jahr absolviert hatten. Und ein letztes Adieu an die Spielzeit selbst, die an diesem Abend auslief und ein singendes, stehend applaudierendes Publikum beseelt in die Sommernacht entließ . Eine Wiederholung auf dem Pingelhof ist nach dieser Resonanz mehr als wahrscheinlich.

 



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