Meierstorf : Pilgern durch das Ruhner Land

Katharina und Michael aus Hessen haben Meierstorf noch in guter Erinnerung. Fotos: W. Pätzold
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Katharina und Michael aus Hessen haben Meierstorf noch in guter Erinnerung. Fotos: W. Pätzold

Der „Baltisch-Mitteldeutsche Weg“ findet bei Pilgern immer mehr Anklang. Der Verein Neues Landleben will Wege attraktiver machen.

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03. Mai 2017, 13:41 Uhr

Über diese Post hat sich Markus Lehmann sehr gefreut. Katharina und Michael, die im vergangenem Sommer als „Pilger-Neulinge“ von Rostock aus auf dem „Baltisch-Mitteldeutschen Weg“ von Rostock aus auf dem Weg in die Prignitz gemacht hatten, waren für eine Nacht im Meierstorfer Gutshaus zu Gast. „Die beiden haben uns in guter Erinnerung behalten. Das ist eine nette Geste“, meint Markus Lehmann, der als Pastor im Ruhestand (wie er selbst meint: Pastor in Reichweite) sein liebevoll restauriertes Haus Pilgern seit einem Jahr gerne öffnet. So wie Katharina und Michael nutzen viele, die sich schon lange mit den großen und bekannten Pilgerrouten wie dem Jakobsweg, der nach Santiago de Compostela in Spanien führt, gedanklich beschäftigen, kleinere Routen quasi als Teststrecke. Der „Baltisch-Mitteldeutschen Weg“, der auch durchs Parchimer und Ruhner Land führt, ist dafür eine gute Gelegenheit. Doch ist es hierzulande mitunter nicht ganz einfach, überall geeignete Unterkünfte für eine Nacht zu finden.

Markus Lehmann hat sich deshalb entschlossen, im geräumigen Haus auch eine Übernachtungsmöglichkeit für Pilger anzubieten. „Unsere Gäste sollen sich vor allem wohl fühlen. Für wenige Stunden gehören sie dann quasi zur Familie“, meint der Meierstorfer.

In den Winterwochen hat er seine hölzerne Terrasse mit Blick in den weitläufigen Garten fertig gestellt. Hier möchte er zusammen mit seiner Frau den Pilgern nicht nur einen gemütlichen Platz anbieten, sondern auch den Wissensdurst seiner Gäste stillen. Für die gehört dann ein Besuch in der Meierstorfer Kirche unbedingt dazu. Vor dem Abschied gibt es jede Menge Tipps für den weiteren Weg, der vielfach durch die Prignitz zur Wunderblutkirche St. Nikolai in Bad Wilsnack führt, die bis zum 16. Jahrhundert ein bedeutendes Wallfahrtsziel war.

Über Grenzen hinaus

Auch der engagierte Verein Neues Landleben hat die Pilgerwege im Ruhner Land auf der Agenda. „Wir wollen gemeinsam die Attraktivität der Region erhöhen. Dabei ist uns wichtig, dass über die Landesgrenze hinaus zusammengearbeitet wird“, meint der Vereinsvorsitzende Tobias Schweitzer. Pilgerwege sind dabei eine natürliche Verbindung, die schon vor Jahrhunderten Menschen zusammengeführt hat. Der Verein, der von der Robert-Bosch-Stiftung unterstützt wird, baut in den kommenden Wochen seinen Bienen-Highway aus, der dann mit neu gepflanzten Bäumen auch die Pilgerwege noch reizvoller machen dürfte.

Jakobsweg im Norden: Durch Meierstorf

Der „Baltisch-Mitteldeutsche Weg“ zweigt in Rostock von der Via Baltica ab und führt über das Kloster Tempzin, Parchim und Meierstorf in südlicher Richtung nach Brandenburg und weiter nach Perleberg und Bad Wilsnack. Seit Sommer 2015 ist der Weg durchgängig mit der Muschel markiert.

Von Rostock bis Parchim sind 118 Kilometer und von Parchim bis Bad Wilsnack 68 Kilometer zurück zu legen.

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