Rettungsschwimmer fehlen : Personalnot bei der Wasserwacht

DRK-Rettungsschwimmerin Jessica Weis (r.) ist im Bad am Wockersee im Einsatz.
DRK-Rettungsschwimmerin Jessica Weis (r.) ist im Bad am Wockersee im Einsatz.

Ab Juli will und muss das DRK vier Bäder täglich absichern

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30. Juni 2016, 16:18 Uhr

Die Vorsaison ist vorbei, jetzt geht es aufs Ganze: Ab Juli – also ab heute – will und muss die DRK-Wasserwacht den Badebetrieb am Seehofer Strand, am Wockersee in Parchim, in der Plauer Badeanstalt und an der Bootsstation Plau absichern. So ist es mit den Kommunen vertraglich vereinbart. Christine Arnhold, beim DRK-Kreisverband Koordinatorin fürs Ehrenamt und zuständig für die Dienstplanung der Wasserwacht, sieht allerdings Probleme. „Bei momentan 20 Rettungsschwimmern wird das schwierig“, sagt sie unumwunden. Die Vorsaison, in der nur Wochenenden vakant sind, war nicht das Problem. Ab sofort müssen Brücken und Wachtürme jedoch auch in der Woche besetzt sein. Die ganze Saison hindurch. „Der Großteil unserer Leute arbeitet“, sagt Christine Arnhold, „steht in der Woche also nicht zur Verfügung.“ Manche verbringen tatsächlich auch ihren Urlaub auf der Brücke und bieten Schwimmausbildung an. Christine Arnhold findet soviel Engagement natürlich großartig. Das Problem der Wasserwacht sei damit jedoch nicht gelöst. „Im Bad am Wockersee haben wir eine fertige Abiturientin, die die Wartezeit bis zum Studium überbrückt. Da brauchen wir uns keine Gedanken zu machen.“ Eng werde es in Plau und Seehof. Ebenso setze die DRK-Wasserwacht alles daran, den Schwimmunterricht für Schulen in Passow, Parchim, Sternberg und Goldberg abzusichern. „Der ballt sich im Juli. Doch machen wir ihn nicht, haen wir womöglich 60, 70 Nichtschwimmer mehr, um die sich die Eltern in den nächsten Wochen sorgen und auf die wir noch mehr aufpassen müssen“, sagt Christine Arnhold.

Tatsächlich ist die angespannte personelle Situation bei den Ehrenamtlern für das DRK nicht neu. „Freiwillige Rettungsschwimmer zu finden, wird immer schwieriger“, räumt die Ehrenamtskoordinatorin ein. Sie selbst ist seit vielen Jahren sowohl Rettungsschwimmerin als auch Ausbilderin bei der Wasserwacht und weiß um die Wichtigkeit. Und genau deshalb kann sie es nicht verstehen, dass es Interessenten bei dem zugegebenermaßen riesengroßen Portfolio des DRK-Kreisverbandes zumeist in den Charity-Shop oder zum Betreuungs- und Sanitätszug zieht. Sie könne sich gut auch eine Mittfünfzigerin als Rettungsschwimmerin am Strand vorstellen.

Das DRK geht in die Offensive, will für diese Saison Leute gewinnen. Für ein tiefgründiges Schwimmtraining bleibt keine Zeit mehr. Aber das DRK möchte Interessenten, die wenigstens 18 Jahre alt und versierte Schwimmer sind, noch für die gerade beginnende Saison fit machen. Crashkurse in Theorie, Wiederholungslehrgänge für Leute, die den Rettungsschwimmer schon mal gemacht haben, über Jahre aber „Schläfer“ waren, Ausbildungen an zwei Wochenenden – vieles ist möglich. Und sofern die Verpflichtung steht, danach für die Wasserwacht tätig zu sein, auch kostenfrei. Vollverantwortlich würden die Rettungsschwimmer sechs Euro die Stunde, 25 Cent pro Kilometer und bei fünf Tagen Dienst in der Woche einmalig auch DRK-T-Shirt und Shorts erhalten.

Die momentane Personalnot bedingt Flexibilität beim Einsatzort, betont Christine Arnhold an dieser Stelle. Für das Sternberger Bad hatte der DRK-Kreisverband einen hauptamtlichen Rettungsschwimmer ausgeschrieben. Und mittlerweile auch einen gefunden. Da die Aufsicht in Sternberg inzwischen an den ASB ging, ist nun geplant, diese Stelle nach Plau zu holen bzw. flexibel nach Lücken im Dienstplan zu besetzen. Ein Führerschein wäre also Bedingung, wobei eine Lösung gefunden würde, falls kein eigenes Fahrzeug zur Verfügung steht.

Lust? Dann melden bei der Koordinatorin unter 0162-2605287 oder christine.arnhold@drk-parchim.de

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