Parchim : Perfide Ausländerhetze vor der Wahl

Friedlich geht es in der Parchimer Badeanstalt zu.
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Friedlich geht es in der Parchimer Badeanstalt zu.

Keine Zeugen für das Gerücht, Flüchtlinge hätten in Parchim zwei Mädchen belästigt

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31. August 2016, 20:55 Uhr

Ein offenbar gezielt platziertes Gerücht macht in Parchim die Runde: Am Freitag um 21.32 Uhr tauchte auf einer Facebook-Seite ein Eintrag auf: „Heute wurden dann mal in der Parchimer Badeanstalt zwei junge Mädchen von ca. 20 Fachkräften (gemeint sind Flüchtlinge, d. Red.) belästigt... Mal sehen, ob die Presse darüber berichtet.“

Wenn es passiert wäre, hätte die Parchimer Zeitung berichtet. Probleme mit Flüchtlingen an Badestellen gibt es durchaus. Sie hätte auch, wie sie es bisher getan hat, die Nationalitäten der Beteiligten nicht verschwiegen. Was sie nicht tut: Sie druckt keine Hetzer-Gerüchte ab, macht sich also nicht zum Handlanger geistiger Brandstifter.

In diesem Fall gehört die Geschichte dennoch ins Blatt, weil sie zeigt, wie die Parchimer in die Irre geführt werden sollen. An den Gerüchten ist nach unseren Recherchen nichts dran. Es liegt definitiv keine Anzeige bei der Polizei vor. Mehrere Badegäste, die am Freitag vor Ort waren, haben keine derart beschriebene Szene bemerkt. Die Polizei hat dennoch vor Ort nachgefragt. Am Sonntag sollen sich etwa 15 Syrer vor dem Sprungturm aufgehalten haben, zwei Mädchen standen demnach in der Nähe. Die Mitarbeiter der Badeanstalt sollen die Syrer gebeten haben, den Weg nicht zu blockieren. Die Mädchen hätten aber verneint, den Sprungturm nutzen zu wollen. Damit war die Sache erledigt.

Im vorigen Jahren waren nicht nur in Parchim Gerüchte verbreitet worden, Ausländer würden Hunde vergiften. Auch dafür gibt es bis heute keine Beweise.

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