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Stardesigner Luigi Colani in Parchim : Perfektion braucht ihre Zeit

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"Lebenstraum - für ihren Traumberuf ist es nie zu spät", unter diesem Motto startete gestern in der Parchimer Schuhmanufaktor von Kay Gundlack ein Bewerbertraining.

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erstellt am 17.Nov.2011 | 07:04 Uhr

Parchim | "Lebenstraum - für ihren Traumberuf ist es nie zu spät", unter diesem Motto startete gestern in der Parchimer Schuhmanufaktor von Kay Gundlack ein Bewerbertraining. Im Rahmen dieser Aktion der Nordwestdeutschen Klassenlotterie (NKL) wird Menschen über 50 Jahren bereits zum fünften Mal in Folge die Realisierung von beruflichen Lebensträumen ermöglicht. Diesmal standen Praktika als Schuhmacher, Hotelier, Musical-Assistent/-in und Koch/Köchin zur Auswahl.

Die Gundlack-Werkstatt am Neuen Markt schien gestern fast aus den Nähten zu platzen. Denn neben den vier Berwerbern, die sich den Schumacher-Beruf als Ziel gewählt hatten, kam auch der berühmte Partner der NKL-Aktion Designer-Legende Prof. Liugi Colani nach Parchim. Kamerateams und Fotografen standen sich quasi gegenseitig auf den Füßen, während die Probanden konzentriert an der Naht für die Brandsohle, der ersten Prüfungsaufgabe, arbeiteten und sich nicht aus der Ruhe bringen ließen.

Der 82-jährige Stardesigner war von dem kleinen Parchimer Unternehmen, das bereits nationale und internationale Ausstrahlung erreicht hat, einfach fasziniert und sparte nicht mit Vorschlägen, den Geschäftsmann auf dem Weg zu seinem Traum zu unterstützen. Und er setzt einen der Vorschläge schon während der Gespräche im Atelier um, nahm den Bleistift und brachte seine Ideen aufs Papier. Schuhe "Designed by Colani - Handmade by Gundlack" könnten schon bald als Meisterstücke des gelernten Orthopädieschuhmachers Kunden zufrieden stellen.

"Ich bin äußerst positiv überrascht, grandios", bewertete Kay Gundlack die Probearbeiten seiner vier Kandidaten. "Es ist noch nicht gut, aber auch nicht schlecht - Note 3", sagt der Meister und der Bochumer Andreas Bästel ist mit diesem Ergebnis vollauf zufrieden. Die besten Noten bekam am Ende die einzige Frau unter den Bewerbern, Marlies Schulz aus Barsikow in der Ostprignitz. Sowohl beim Vorbereiten der Brandsohle, als auch beim Anfertigen des Gürtels und Zeichnen eines Schuhs hatte sie ihren Mitstreitern etwas voraus. Die 54-Jährige wird demnächst ein 14-tägiges Praktikum in der Parchimer Manufaktur antreten und ihren Traumschuh bauen. Das wäre auch das Beste für sie bei Schuhgröße 33. "Ich bekomme ja fast nur Schuhe in der Kinderabteilung", lacht die Neu-Praktikantin. Ein Schumacher braucht etwa 30 Stunden, um ein Paar "Schuhe fürs Leben, handgemacht und schön" herzustellen. "Es kann aber auch schon mal länger dauern", weiß Gundlack: "Schnelligkeit ist nicht gefragt, Perfektion braucht ihre Zeit".

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