Aufforsten : Paten für 9000 Bäume gesucht

Einen Laubwald will Michael Rost in Marnitz pflanzen lassen.
Einen Laubwald will Michael Rost in Marnitz pflanzen lassen.

Michael Rost und der Verein „Trinkwasserwald“ wollen mit Baumpatenschaften 14 000 Quadartmeter Brachland aufforsten

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04. Januar 2016, 09:12 Uhr

Auf einer Fläche von 14 000 Quadratmetern (1,4 Hektar) will Michael Rost in Marnitz in diesem Jahr insgesamt 9 000 Laubbäume anpflanzen lassen. Der Schweriner Förster hatte die brach liegende Fläche von der Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft erworben. Die BVVG ist ein Immobilien-Dienstleister des Bundes, der ehemals volkseigene Äcker, Wiesen, Wälder und andere Vermögenswerte in den neuen Bundesländern provisionsfrei privatisiert.

Die Aufforstungsfläche liegt gegenüber der Marnitzer Agrargenossenschaft an der Ruhner Straße (Ecke Karl-Marx-Straße), wurde vor der Wende von der damaligen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) genutzt und war teilweise bebaut. Das Gelände ist teilweise bereits von Roterle umsäumt und soll eingezäunt werden. Zur Aufforstung sollen außerdem vor allem Stieleiche, Esskastanie, Hainbuche, Schwarznuss- und Kirschbäume gelangen. „Ich will nachhaltig zur Klimaverbesserung beitragen und meinen Kindern und Enkeln etwas Bleibendes hinterlassen“, begründet Michael Rost sein Engagement. Die Neuaufforstung erhöhe die Vielfalt im Waldbestand. „Mit der Forstfläche kann außerdem in 100 Jahren sogar etwas Geld verdient werden, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.“

Für seine Pflanzaktion hat sich der Forstmann mit „Trinkwasserwald“ (Hamburg) zusammengetan. „Ein Mischwald von 1,4 Hektar sichert Trinkwasser für 1000 Menschen“, weiß Alexander Pillath.

Der gemeinnützige Umweltschutzverein, so sein Geschäftsführer, habe seit seiner Gründung vor 20 Jahren mehr als 2 300 Hektar Waldfläche aufgeforstet und damit 1,8 Milliarden Liter Trinkwasser gesichert. Dieser Erfolg sei allein dadurch ermöglicht worden, dass Firmen, Institutionen, Kommunen, Schulen und vor allem viele Bürger für jeden Baum eine Patenschaft übernahm und sich das jeweils 5 Euro kosten ließen – inklusive Pflanzaktion und Anwachsgarantie. „Besser kann man sein Umweltbewusstsein kaum unter Beweis stellen.“

Der erste Teil der Aufforstungsaktion in Marnitz könnte schon Anfang April starten – wenn bis dahin 1 000 Baumpaten gefunden sind. Dann sollen Helfer unter fachmännischer Anleitung eine Teilfläche mit etwa 650 Roterlen und 280 Schwarznussbäumen bepflanzen. Der Verein „Trinkwasserwald“ veranstaltet dazu ein Pflanzfest, wobei er über seine Arbeit informiert. Die Restfläche soll dann im Herbst 2016 aufgeforstet werden. Weitere Informationen finden sich im Internet unter der Adresse www.trinkwasserwald.de

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