Parchim : Parken wird teurer

Auch auf dem Neuen Markt wird zum 1. Januar das Parken teurer. Großmann
Auch auf dem Neuen Markt wird zum 1. Januar das Parken teurer. Großmann

Parken wird in Parchim ab 2012 doppelt so teuer wie bisher. Mehreinnahmen von 10 000 Euro pro Jahr verspricht sich die Stadt. Nicht alle Stadtvertreter sind damit zufrieden.

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27. Oktober 2011, 08:31 Uhr

Parchim | Wer ab 1. Januar 2012 in der Parchimer Innenstadt schnell mal in den Bäckerladen huschen oder in der Apotheke ein Rezept einlösen möchte, kann auch weiterhin die so genannte "Brötchentaste" drücken und damit eine halbe Stunde kostenfrei einen gebührenpflichtigen Parkplatz belegen. Doch dann kommt es dicke: Parken wird in der Innenstadt doppelt so teuer. Eine entsprechende Verordnung über die Festsetzung von Parkgebühren fand am Mittwoch dieser Woche nach einigem Pro und Contra die Mehrheit der Stadtvertretung.

Diskutiert wurde über eine Anhebung der Gebühren ja schon einmal an gleicher Stelle: Im März dieses Jahres zog Bürgermeister Rolly jedoch die umstrittene Vorlage kurzerhand zurück, um zu verhindern, dass sie vom Tisch gefegt wird. Doch nachdem vor wenigen Wochen ein bis zum Jahr 2014 ausgelegtes Haushaltssicherungskonzept verabschiedet wurde, zeichnete sich immer mehr ab, dass auf der Suche nach Potenzialen, wie man die Einnahmesituation der Stadt verbessern könne, auch an den Parkgebühren kein Weg vorbeiführen kann.

10 000 Euro Mehreinnahmen pro Jahr verspricht sich die Stadt ab 2012 von den Parkern. Diese zahlen künftig beispielsweise 50 Cent, wenn sie einen kostenpflichtigen Stellplatz eine Stunde belegen (bisher 25 Cent), einen Euro für eineinhalb Stunden (bisher 50 Cent) sowie 1,50 Euro für zwei Stunden (bisher 75 Cent). Neu eingeführt wurde die Staffelung in zweieinhalb Stunden Parkzeit (2 Euro) und drei Stunden (2,50 Euro). Eine Gebührenpflicht besteht wie gehabt montags bis freitags von 8 bis 17 und sonnabends von 8 bis 13 Uhr.

"Diese Erhöhung der Gebühren ist nicht händlerfreundlich", erneuerte SPD-Fraktionsvorsitzender Eckhard Büsch sein Nein zu dieser Verordnung, die seiner Meinung nach ein negatives Zeichen an die Bürger der Stadt und des Kreises sei. Im Verhältnis gesehen würden die geplanten Mehreinnahmen eine relativ unbedeutende Größe für die Stadt darstellen, aber eine bedeutende Größe als negatives Symbol. Ähnlich äußerte sich auch Hans-Joachim Lübcke von der CDU-Fraktion. Werner Brockmüller von der FDP meinte, man müsse als Abgeordneter auch den Mut haben, unpopuläre Entscheidungen zu treffen, wenn die Sache dem Gesamtwohl der Stadt diene und verwies darauf, dass von den insgesamt 652 zentrumsnahmen Parkplätzen über 450 gebührenfrei zur Verfügung stehen. Für eine Anhebung der Gebühren stand auch Elke Skiba von der Links-Fraktion: "Wir können und wollen uns als Stadt Parchim noch viele freiwillige Aufgaben leisten, dazu brauchen wir die Einnahmen."

An den Parkgebühren im historischen Altstadtkern ist im Prinzip seit ihrer Einführung vor fast 20 Jahren nicht gerüttelt worden. Die Brötchentaste bewährt sich in Parchim seit 2000. Bei den Nachbarn in Ludwigslust verteuerte sich das Parken in diesem Jahr übrigens teilweise um das Vierfache: Hier sind beispielsweise für 30 bis 60 Minuten Parkdauer ein Euro, für bis zu zwei Stunden zwei Euro, für bis zu vier Stunden vier Euro zu löhnen. Die "Brötchentaste" an einigen Standorten gilt 15 Minuten.

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