Ehrenamt gefördert : Parchims Kinderuni wird groß

Keine Chance für Parchims Räuberoriginal Vieting: Innenminister Lorenz Caffier (5.v.l.) und Landtagsabgeordneter Wolfgang Waldmüller (l.) im Kreis der geförderten Ehrenamtler.
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Keine Chance für Parchims Räuberoriginal Vieting: Innenminister Lorenz Caffier (5.v.l.) und Landtagsabgeordneter Wolfgang Waldmüller (l.) im Kreis der geförderten Ehrenamtler.

Land fördert drei Parchimer Bürgerprojekte mit insgesamt 60 000 Euro. Caffier schlägt Ehrenamtspflicht für öffentlichen Dienst vor.

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03. Juni 2016, 21:00 Uhr

Ritterschlag für engagierte Projekte mit langem Atem: Drei beliebte Parchimer Bürgerinitiativen bekommen auf zwei Jahre verteilt jeweils 20 000 Euro aus dem Haushalt des Innenministeriums. Was sich hinter dem Haushaltstitel „Förderung des Ehrenamts“ verbirgt, ermöglicht qualitative Sprünge für die Parchimer Nachwuchsakademie PaNAk, die Kreisverkehrswacht und das Projekt ZiP – Zusammen in Parchim.

Eine Kinderuni ohne große Uni in der Nähe, das mache die Parchimer Nachwuchsakademie einzigartig, erklärte Gründervater Professor Dr. Bernd Klausch, als er den Förderbescheid von Innenminister Lorenz Caffier und dem Landtagsabgeordneten Wolfgang Waldmüller (beide CDU) übernahm. 1000 Schüler aller Altersgruppen lauschen den Vorlesungen hochrangiger Experten pro Jahr. Mit dem Landesgeld lässt sich der Kreis erweitern, so Klausch: „Wir wollen mit PaNAk zum Mittelpunkt des Großkreises werden und Schüler auch aus der weiteren Umgebung einladen. Der Bustransport kostet aber Geld.“ Heute besuchen übrigens die fleißigsten PaNAk-Zuhörer das Phantechnikum in Wismar und absolvieren dort Experimente.

Die Nachwuchsakademie startete im Frühjahr 2012, ist ein Projekt des Fördervereins der Asklepios Klinik Parchim, der Parchimer Bürgerstiftung, der Schweriner Volkszeitung, der Stadtwerke Parchim, der Sparkasse Parchim-Lübz und des Kreisjugendrings Ludwigslust-Parchim.

Für die Kreisverkehrswacht freute sich Vorsitzende Gudrun Jarchow über das Geld: „Wir sind nur ein kleiner Verein und wollen, dass alle Altersgruppen sicher durch den Straßenverkehr kommen.Dafür leisten wir Präventionsarbeit. Jeder Unfall, der vermieden wird, ist ein Erfolg.“ Das Fördergeld soll den erneuten Aufbau einer hauptamtlich geführten Koordinierungs- und Anlaufstelle für Verkehrssicherheitsarbeit und Unfallprävention möglich machen. Gudrun Jarchow: „Ehrenamt braucht auch Hauptamt zur Unterstützung.“

Das sieht auch Birgit Naxer so, die für ZiP – Zusammen in Parchim die dritte Geldspritze in Empfang nahm: „Die heutige Würdigung sorgt auch dafür, dass es mit der ZiP-Arbeit weitergehen kann.“ ZiP ist eine Kontakt- und Informationsstelle mit Unterstützungsangeboten für freiwilliges Engagement, Ehrenamt und Selbsthilfe in Trägerschaft des Bürgerkomitees Südstadt. Seit 1998 koordiniert ZiP alles, was mit Ehrenamt zu tun hat, hat aber kaum Einnahmen.

Warum bekommen diese drei Initiativen Geld vom Land? Anfang des Jahres waren die Landtagsabgeordneten gebeten worden, förderungswürdige Projekte aus ihrer Heimat vorzuschlagen (wir berichteten). Wolfgang Waldmüller aus Lancken entschied sich für die jetzt geförderten Parchimer Initiativen: „Ich freue mich, dass der Landtag den Vorschlägen gefolgt ist. Das Ehrenamt in Parchim wird heute reicher.“

Innenminister Lorenz Caffier machte klar, dass vieles in einem dünn besiedelten Land wie MV ohne Ehrenamt nicht möglich wäre: „Nicht am Straßenrand stehen und schimpfen, Demokratie lebt vom Mitmachen.“ Ohne Bürger im Ehrenamt wäre die Flüchtlingskrise nicht lösbar gewesen. Der Innenminister zu den Parchimer Ehrenamtlern: „Wir sind auf Sie alle mit angewiesen.“

Caffier regte an, „ohne Schaum vorm Mund“ auch über neue Wege der Ehrenamtsförderung zu diskutieren: „Man könnte darüber nachdenken, dass jeder neu eingestellte Mitarbeiter im öffentlichen Dienst sich ehrenamtlich engagiert.“


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