DRK-Kreisverband : Parchims DRK sucht Lebensretter

Rettungsassistent Holger Jahnke (l.) und Rettungssanitäter Andreas Wiechert (r.) zeigen, worauf es bei einer Wiederbelebung ankommt.  Fotos: Franziska Meier
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Rettungsassistent Holger Jahnke (l.) und Rettungssanitäter Andreas Wiechert (r.) zeigen, worauf es bei einer Wiederbelebung ankommt. Fotos: Franziska Meier

Woche der Wiederbelebung auch in der Kreisstadt. DRK-Kreisverband: „Mecklenburg-Vorpommern steht bei Teilnehmerzahl hintenan“

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09. Juni 2016, 21:56 Uhr

Bevor die Profi-Retter im Notfall eingreifen, kann Erste Hilfe Leben retten. Eine Woche der Wiederbelebung soll dafür werben – leider gibt es in MV wenige Projekte. Das will der DRK-Kreisverband Parchim ändern.

Wenn ein Mensch von sich aus nicht mehr atmet und das Bewusstsein verloren hat, zählt jede Minute, um seinen Tod zu verhindern. Nach der Alarmierung des Rettungsdienstes ist es allerdings wichtig, nicht einfach auf ihn zu warten, sondern selbst Erste Hilfe zu leisten. Mit der 2013 zum ersten Mal bundesweit veranstalteten „Woche der Wiederbelebung“ möchte man möglichst vielen Menschen die Angst davor nehmen. „Was die Teilnahme an dem Projekt betrifft, ist MV anderen Bundesländern gegenüber zurückgeblieben“, sagt Rene Grove, Erste-Hilfe-Ausbilder und Notfallseelsorger beim DRK-Kreisverband, der Familien zum Beispiel auch oft die Nachricht überbringt, dass ein Angehöriger nicht mehr lebt. Zusammen mit Rettungsassistentin Katarina Schulze wolle er versuchen, Projekte für die diesjährige „Woche der Wiederbelebung“ in unserer Region zu entwickeln und rechtzeitig auf sie hinweisen.

Geeinigt habe man sich auf drei Tage: Der Auftakt soll am Dienstag, 20. September, in Lübz stattfinden, gefolgt von Angeboten in Parchim (Mittwoch) und am Donnerstag in Plau am See, traditionsgemäß auf dem jeweiligen Wochenmarkt. Der Absprache entsprechend werde in Lübz unter anderem auch Bürgermeisterin Gudrun Stein teilnehmen und das Angebot in Parchim sei ebenfalls schon geklärt. „Nun warten wir nur noch auf Plau am See“, sagt Grove. „Insgesamt hängt der Umfang von den finanziellen Möglichkeiten ab.“ Geplant sei, jeweils ein bis zwei Zelte aufzubauen, in denen unter anderem die Arbeit mit einem Elektroschocks auslösenden Defibrilator demonstriert wird und Puppen bereitliegen, die ermöglichen, Wiederbelebung zu üben.Alles müsse jedoch auch betreut werden. „Ziel von allem ist, die Menschen zu ermutigen, in einem Notfall selbst etwas zu tun, um dem anderen zu helfen – unter Umständen dadurch sein Leben zu retten“, so der Fachmann. Seine klare Antwort auf den Hinweis, dass viele aus der Angst heraus, etwas falsch zu machen, lieber auf den Notarzt warten und alles unverändert lassen: „Wenn ich nichts tue, ist es unterlassene Hilfeleistung und ich mache mich strafbar. Aber bei der Arbeit mit Interessenten soll nicht das Strafgesetzbuch im Mittelpunkt stehen.“ Fakt sei, dass Ersthelfer schon öfter Menschen gerettet haben. Auf den Rettungswagen zu warten, ohne etwas zu tun, könne gefährlich sein. „Jeder, der schon einmal in dieser Lage war, weiß, dass Minuten dann oft zu Stunden werden“, sagt Grove. „Ein Problem ist, dass das Gros der Menschen seine Kenntnisse in Erster Hilfe nach der Führerscheinprüfung nie wieder aufgefrischt hat.“ Weitere Informationen über das bundesweite Projekt gibt es im Internet unter der Adresse www.ein-leben-retten.de

Der DRK-Kreisverband Parchim-Lübz sucht jetzt Sponsoren zur Unterstützung in finanzieller Form. Wer ihm helfen möchte, kann sich bei Dana Köpke unter der Rufnummer 03871/ 62 25 14 melden.

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