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An Blutkrebs erkrankt : Parchimer wollen Roland H. helfen

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Dringende Suche nach einer Knochenmarkspende für den an Blutkrebs erkrankten BBM-Kollegen / Weitere Termine für Hilfsaktion

von
erstellt am 13.Feb.2015 | 07:55 Uhr

Das Schicksal des an Blutkrebs leidenden Roland Hemmert rührt die Parchimer. Er braucht dringend eine Knochenmarkspende. Viele Parchimer versammelten sich am Donnerstagnachmittag ins Haus der Jugend, um neben der obligatorischen Blutspende testen zu lassen, ob sie der genetische Zwilling von Roland Hemmert sind und ihm helfen können. Allerdings kamen nur wenige als Knochenmarkspender in Frage. Denn Bedingung für Teilnehmer am kostenlosen Test ist, dass sie zwischen 18 und 40 Jahre alt sind und bei Frauen noch zusätzlich, dass sie nicht häufiger als zweimal schwanger waren.

Wie SVZ berichtete, liegt Roland Hemmert, ein Mitarbeiter der BBM Einrichtungshäuser, mit Blutkrebs im Krankenhaus. Frank Rohloff, geschäftsführender Gesellschafter, hatte zu einer Hilfsaktion für den Kollegen aufgerufen. Die Suche nach einem passenden Spender ist schwierig. „Viele unserer Mitarbeiter haben sich schon letztes Jahr unabhängig davon typisieren lassen“, so Rohloff. Er bat um Unterstützung, einen geeigneten Spender zu finden mit Hilfe des DRK während eines Blutspendetermins.

Der erste war gestern Nachmittag. Für eine junge Parchimerin, die anonym bleiben will, war es selbstverständlich, dass sie sich typisieren lässt, weil sie Roland Hemmert helfen will. Etwas enttäuscht reagierten andere Blutspender, weil sie nicht in das Raster passten. So beispielsweise Jana Volkstaedt. Sie hatte in der Zeitung von Roland Hemmert gelesen. Es sei doch klar, dass sie dabei ist, wenn ein Parchimer Hilfe braucht, sagte sie. Doch bei ihr standen die Schwangerschaften im Weg. „So spende ich Blut – wie immer“, erklärt die junge Frau.

Etliche Parchimer berichteten, dass sie sich bereits typisieren lassen haben – so beispielsweise Angela Bruck. Gleiches gilt u.a. für Peter Stockmann, der sich nach seiner Nachfrage beim Blutspendearzt Askar Baher sich versichert hatte. „Ich bin im System drin.“ Wenn auch in einer anderen Datei.

Vor allem junge, gesunde Leute werden als Spender gesucht, erklärt Askar Baher. Mit dem Alter des Spenders sinke die Wahrscheinlichkeit, dass die Therapie anschlägt. Es gibt inzwischen auch die Erkenntnis, dass durch Schwangerschaften Antikörper gebildet werden, was negativ für eine Therapie ist.

Normalerweise kostet die sogenannte Stammzellentypisierung einem Spender rund 50 Euro. Wer am Donnerstagnachmittag zum Blutspenden des DRK kam, musste nichts bezahlen, sondern ließ sich nur ein Röhrchen Blut mehr abzapfen.

Wie Dr. Kirstin Stüpmann vom Deutschen Roten Kreuz Blutspendedienst Mecklenburg-Vorpommern erklärte, sei die Gratistypsierung eine Serviceleistung. Sie werde zusammen vom DRK-Blutspendedienst mit dem Partner DSD angeboten. DSD mit Sitz in Dessau stehe als Abkürzung für Deutsche Stammzellspenderdatei und sei eine von 27 Dateien in Deutschland, in denen potenzielle Knochenmarkspender zusammengefasst sind. Am bekanntesten davon ist DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei). Es sei aber egal, wo man sich typisieren lässt. Denn die Dateien aller Anbieter werden anonymisiert an das Zentrale Knochenmarkregister (ZKRD) für Deutschland gemeldet. Hier gehen auch sämtliche Anfragen ein, wenn ein Patient mit Blutkrebs behandelt werden muss. Über das Zentralregister erfolgt die Rückkopplung zu den einzelnen Knochenmarkspenderdateien.

Der DRK Blutspendedienst bereitet die Proben für die Verarbeitung im DSD-Zentrallabor vor. In der dortigen Datei sind rund 100 000 Knochenmark-Spender registriert, davon 15 000 aus Mecklenburg.

Täglich werden rund 1000 neue Spender in Deutsche Dateien aufgenommen und die Daten von 2000 Spendern aktualisiert. Insgesamt kann das ZKRD auf Daten von über 5,8 Millionen deutschen Spendern zurückgreifen und ist damit das größte Register in Europa. Jährlich werden rund 6000 Transplantationen mit einem deutschen Spender durchgeführt. Für neun von zehn Patienten kann mittlerweile ein geeigneter Spender gefunden werden.

Die Stammzellentypisierung wird in Parchim bei drei weiteren DRK-Blutspendeterminen im Haus der Jugend angeboten: am 19. und am 26. Februar (14 bis 19 Uhr) und 7. März (9 bis 13 Uhr).

Eine Typisierung während der Hilfsaktion für den erkrankten Roland Hemmert ist auch für Nichtblutspender möglich, erklärt das DRK. Diese Interessenten werden gebeten, sich direkt mit der DSD-Außenstelle in Rostock in Verbindung zu setzen (E-Mail: hro@blutspende-mv.de bzw. Tel. 0381/ 440350). Die Außenstelle sende benötigten Materialien zur Typisierung (Wattestäbchen) mit einem Überweisungsträger den Spendewilligen direkt nach Hause.

 

 

 

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