Weihnachtsgeschäft : Parchimer Handel behauptet sich

Margitta Stallner und Manfred Warncke  im Spielzeugparadies von Kaufhaus Stolz. Hier begann das Weihnachtsgeschäft schon im November.
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Margitta Stallner und Manfred Warncke im Spielzeugparadies von Kaufhaus Stolz. Hier begann das Weihnachtsgeschäft schon im November.

Geschäftsleute blicken auf ein insgesamt positives Weihnachtsgeschäft. Online-Läden und Discounter üben zunehmend Druck aus.

svz.de von
28. Dezember 2017, 20:45 Uhr

Der Handel im Wandel - auch in Parchim. Mit dem zunehmenden Erstarken der Online-Händler wie Amazon, Zalando und Co. hat manch ein Händler seine liebe Müh. Wenn sie mit dem Weihnachtsgeschäft auch zufrieden war, so spürt Roswitha Donadt vom Lederwarengeschäft Brasch doch den Gegenwind der Online-Konkurrenz: „Dieses Jahr war es ein schwierigeres Verkaufen.“ Doch trotz allem verkauften sich Kleinlederwaren, Taschen und Reisegepäck. „Die Kunden legen eben immer noch Wert auf hochwertige Ware!“

So auch der treue Kundenstamm des Frauenzimmers. Inhaberin Martina Wahls lässt zwischen Dekoengeln und Kerzenständern das weihnachtliche Geschäft Revue passieren: „Schöne Rotwein- und Sektgläser liefen gut. Und Wolldecken- wie jedes Jahr.“ Aber auch Gutscheine gingen bei ihr über den Ladentisch. Dass ihr die Discounter die Kaufentscheidung manch eines Kunden abnahmen, findet sie schade - zumal ihre Ware nach eigenem Bekunden eine deutlich längere Lebensdauer hat. Dafür sind ihr Reklamation und Umtausch ein Fremdwort: „Noch nie.“

Anders sieht es mit dem Geschmack der Leseliebhaber aus. Manch ein Beschenkter wird wohl auch zwischen den Jahren sein Buch im Buchhaus Fette umtauschen wollen. Für Silke Fette kein Problem. Dass die Wahl auch mal danebengehen kann, versteht sich von selber. Also doch lieber ein Gutschein? Die gab es wohl, doch war es 2017 nicht so ein großes Gutscheingeschäft bei ihr. „Bücher geben eben das Gefühl, dass man etwas Individuelles verschenkt“, weiß die Inhaberin.

Anders bei Andreas Herrmann von Zoo und Angel Herrmann. Dass vor einigen Jahren noch manch ein lebendes Schmusetier zum Fest unter dem Baum lümmelte, hat sich gegeben. „Der Trend ist sehr stark rückläufig. Bei uns liegt der Schwerpunkt im Gutscheinverkauf für den Angelsport“. Neben dem Mai, wo die Petrijünger richtig loslegen, ist der Dezember in seinem Laden der zweitstärkste Monat.

Ganz anders im Spielzeugparadies des Kaufhaus Stolz. Hier enterten bereits im November die ersten Schenkwütigen die Playmobil-Regale. „Das Spielzeuggeschäft fängt immer früher an, weil sonst alles vergriffen ist“, weiß Hausleiter Manfred Warncke; das Geschäft mit Spielwaren macht allein im Dezember einen Umsatz von etwa 25 Prozent aus. Oft mit ganzen Listen kämen die Großeltern her, während die Eltern meist im Kopf haben, was sich ihre Kinder sehnlichst wünschen. „Das Gängigste ist Lego“, so Manfred Warncke. „Und Playmobil und Puppenzubehör“, fügt Verkäuferin Margitta Stallner hinzu. Und ganz kurz vor dem Fest landet dann das ein oder andere Gesellschaftsspiel in der prall gefüllten Einkaufstüte.

Bei Sternchen-Kindermoden standen ebenfalls die Jüngeren im Fokus. „Sweatshirts und Jacken wurden gekauft“, so Hannelore Struch. Und: „Mit dem Weihnachtsgeschäft bin ich zufrieden“.

Bei so viel Shopping knurrte schnell der Magen. Mit seinem Pfeffernuss- und Tortenangebot mischte auch der Trammer Bäcker kräftig mit im Weihnachtsgeschäft. Filialleiterin Marion Wilk und Inhaber Uwe Badel hatten eine sehr gute Resonanz vor den Festtagen: „Die Kunden kaufen viel ein und bunkern gut.“ Nicht zuletzt der kürzlich goldprämierte Butter- und Mohnstollen fand seinen Weg in hungrige Weihnachtsmünder. Da werden sich wohl zu Ostern die Sportgeschäfte auf einen höheren Umsatz freuen können…
 

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