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Chronik zum Jubiläum geplant : Parchim und die Dragoner

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

1867 wurde das 2. Mecklenburgische Dragonerregiment Nr. 18 in der Eldestadt stationiert

von
erstellt am 09.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Am 15. Oktober 1867 - also vor 150 Jahren - zog das II. Großherzoglich-Mecklenburgische Dragonerregiment Nr. 18 unter dem Kommando von Major Freiherr von Brandenstein in Parchim ein. Bis zu seiner Auflösung im Jahr 1919 prägte das Kavallerieregiment die Entwicklung der Eldestadt. Der Heimatbund Parchim würdigt das Jubiläum: Unter seiner Federführung soll rechtzeitig zum Jahrestag eine umfassende Chronik über das Dragonerregiment erscheinen. Außerdem ist eine Ausstellung im Stadtmuseum in Vorbereitung.

In diesem Zusammenhang bittet der Heimatbund um Unterstützung: Gesucht werden alte Dokumente, Fotos, Ausrüstungsgegenstände, Uniformen und Uniformteile, Mützen, Helme, Fahnen sowie weitere Zeitzeugnisse, die Auskunft über diese Zeit geben können. Ansprechpartner ist Frank Grohmann, der auch als Autor für die Publikation verantwortlich zeichnet.

Den Fokus möchte der Chronist unter anderem auf die Frage richten, wie die Dragoner das Alltagsleben von Parchim beeinflusst haben. „Sie wurden damals von den Einwohnern mit Begeisterung begrüßt und genossen ein hohes Ansehen unter der Bevölkerung“, weiß Frank Grohmann aus eigenen Recherchen sowie Erzählungen von seinem Vater, der die Zeit damals selbst miterlebt hat. Untergebracht waren die Dragoner bis zur Fertigstellung der Kaserne im Jahr 1879 unter zumeist äußerst bescheidenen Verhältnissen in Bürgerquartieren. Und auch die 667 Dienstpferde wurden in der Anfangszeit auf private Stallungen verteilt, die zunächst von den Parchimer Bürgern kostenlos zur Verfügung gestellt wurden. Später gab es eine kleine Entschädigung von der Stadt, dann vom Militär. Bis heute erhaltene bauliche Zeitzeugen aus der Dragonerzeit in Parchim sind die zwischen 1876 und 1879 errichtete Kaserne in der Putlitzer Straße, seit Jahren Sitz der Kreisverwaltung, sowie die Einkaufszeile auf der gegenüber liegenden Straßenseite. In diesem Gebäudekomplex befanden sich einst die Stallungen. Das heutige DRK-Gebäude in der Wallallee wurde seinerzeit als Offizierscasino genutzt. Großherzog Friedrich Franz II. hat es am 20. November 1869 höchstpersönlich eingeweiht. Ebenfalls 1869 wurde in dem Haus in der Blutstraße 1 das Lazarett eingerichtet.


Heimatgeschichte war immer von Interesse


Das Interesse an der Heimatgeschichte wurde dem Autor der geplanten Chronik über die Dragoner in die Wiege gelegt: 1943 in eine alteingesessene Parchimer Handwerkerfamilie hineingeboren, in der man die plattdeutsche Sprache pflegte, empfand Frank Grohmann schon früh eine enge Verbundenheit zu seiner Mecklenburger Heimat. Die eigentliche Passion des Tischlermeisters im Ruhestand ist allerdings die Numismatik. Seit er als Kind in den 1950er Jahren nur einen Katzensprung vom Elternhaus entfernt auf einer kleinen Müllkippe an der Elde eine Schachtel mit Münzen fand, war sein Interesse entflammt, auch wenn er sich zunächst der Philatelie zuwandte, bevor er sich dann 1968 intensiv der Numismatik verschrieb.

Geprägt wurde Frank Grohmann auf diesem Gebiet vor allem durch Kuno Gerling, der damals in Parchim eine Fachgruppe der Münzfreunde gründete und viele Jahre leitete. „Doch ich konnte mich auch immer für das Chronistische begeistern“, gesteht der 73-Jährige. Dankbar ist Frank Grohmann über die vielfältige Unterstützung, die er in den zurückliegenden Monaten bei seinen Recherchen über die Dragoner in Parchim erhalten hat: vom Heimatbundvorsitzenden Mark Riedel, von den Heimatfreunden Harry Kinzel, Gerhard Schmidt, Rainer Gessert, sowie von Leuten, die ihm geduldig halfen, die alte deutsche Sprache zu entziffern. Unterstützung bekam er von Petra Ebert vom Parchimer Stadtarchiv, im Landeshauptarchiv in Schwerin, von Museumsleiter Wolfgang Kaelcke sowie beim Anfertigen der unverzichtbaren Kopien von Cordula Hohmann und dem Zeichenbüro Blaschke.
 


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