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Stadtentwicklung : Parchim kann mit Natur punkten

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Vorschläge von Stadtvertretern und sachkundigen Bürgern zur Neufassung des Konzeptes „Integrierte Stadtentwicklung“

von
erstellt am 16.Feb.2015 | 12:00 Uhr

Als sich vor wenigen Tagen Steffi Schröder, Jürgen Gärtner und Burghard Lorenz zu einer Radtour durch Parchim verabredeten, wollten die Drei ihre Heimatstadt aus aktuellem Anlass unter die Lupe nehmen. „Rad fahren bietet bekanntlich eine besondere Perspektive“, ist sich Steffi Schröder mit ihren Mitstreitern einig. Ziel ihres mehrstündigen Ausfluges war die Ideensuche für die laufende Diskussion im Rahmen der Neufassung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK). Die Kreisstadt muss bis Ende Februar dieses Arbeitspapier an die Landesregierung übermitteln, um in den kommenden fünf Jahren von Fördermitteln für die Weiterentwicklung der Kreisstadt in geschätzter Höhe von rund sechs Millionen Euro profitieren zu können (wir berichteten). „Das bringt für die Kommunalpolitiker vor Ort zwar viel Arbeit, aber bietet auch große Chancen, die Stadtentwicklung voranzubringen. Parchim verfügt bekanntlich in dieser Frage über große Erfahrungen“, meint Jürgen Gärtner, der als Stadtvertreter in der Fraktion SPD/Grüne mitarbeitet. Steffi Schröder engagiert sich als sachkundige Bürgerin im Wirtschaftsausschuss im Auftrag der Fraktion SPD/Grüne und Burghard Lorenz bringt seine kommunalpolitische Erfahrung als Linker ein.

Bei ihrer Radtour standen in erster Linie die Themen Natur, Umwelt und Tourismus auf der Agenda. „Wer mit offenen Augen durch Parchim geht oder fährt, wird schnell merken, dass Wasser und Grünflächen den Reiz der Stadt ausmachen. Da liegt es doch nahe, dieses Potenzial noch stärker zu nutzen“, so Jürgen Gärtner.

Ihre erste Pause legte das Trio am Eldearm zwischen Langer Straße und Mühlenstraße ein. Der rauschende Bach kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die angrenzenden Grünflächen einen vernachlässigten oder zu mindestens ungenutzten Eindruck hinterlassen. „Aus dieser Fläche kann man sicher mehr machen. Zunächst müsste der unachtsam weggeworfene Müll beseitigt und dann sollte ein Konzept für die langfristige Gestaltung auf den Weg gebracht werden“, sagt Jürgen Gärtner. „Es wäre schön wenn es hier auch Bänke zum Verweilen gebe“, meint Steffi Schröder.

Auf der Tour streifen die Drei auch die Bürgermeisterwiesen, ein weitläufiges Naturareal zwischen Altstadt und Wiesenring. „Man muss schon etwas Fantasie haben, um sich hier mitten im Winter eine Wiese mit bunten Blumen vorzustellen“, gibt Jürgen Gärtner zu bedenken. Aber der Experte weiß sehr gut, dass die Sache einen Haken hat. „Das streng geschützte Biotop muss gepflegt werden. Dazu gehört das fachgerechte Mähen“, so der Naturfreund. Er ist dafür bereits auf die Suche nach Partnern gegangen und wurde beim Parchimer Gut fündig. „Ich bin dort auf offene Ohren gestoßen. Es ist sehr erfreulich, wie sich Unternehmen für ihre Stadt engagieren und dabei auch grün denken“, so der Stadtvertreter, der sich sicher ist: „Nutzung ist der beste Naturschutz“. Das abgemähte Gras könnte in der Biogasanlage des Gutes sinnvoll verarbeitet werden.

Sehr am Herzen liegt dem Trio auch ein weiteres Kleinod, das Barschseemoor. „Hier muss die sanfte Methode greifen. Das Gebiet war einst stark melioriert worden. Vieles ist inzwischen zurückgebaut. Damit hier Kröten und Frösche auf Dauer heimisch bleiben, muss etwas passieren. Das wäre umso wichtiger, weil andere Lebensräume beispielsweise durch den Windpark in Mitleidenschaft gezogen werden“, meint Jürgen Gärtner.

Auch der Tourismus kann aus Sicht der engagierten Lokalpolitiker mit ISEK-Mitteln Fahrt aufnehmen. Ein grüner Erlebnisweg beginnend am Friedhof über die Wallanlagen zur Schleuse ins Slater Moor, dem Buchholz und das Barschseemoor wären eine Möglichkeit. Auf ihrer Vorschlagsliste steht auch die Wiederbelebung der Fähre bei Slate. „Das würde Einheimischen und Gästen der Stadt gleichermaßen entgegenkommen. Viele träumen sicher davon, auf ihrem Spaziergang mit der wohl kleinsten Fähre des Landes die Elde zu überqueren“, ist sich Jürgen Gärtner sicher.

Die drei Radler sind zuversichtlich, dass ihre Vorschläge gut ins ISEK-Konzept der Stadt passen. „Wir hatten zwar wenig Zeit, neue Ideen zu entwickeln, aber der Druck ist mitunter auch produktiv“, so ihr Resümee.

In der Stadtverwaltung werden nun die Ergebnisse von mehreren Info-Veranstaltungen zusammengefasst. Bereits am 25. Februar werden die Stadtvertreter endgültig abstimmen, damit das Konzept pünktlich nach Schwerin geschickt werden kann.  

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