zur Navigation springen

Kreisjagdverbände : Parchim für Fusion in zwei Jahren

vom

Der Vorsitzende des Kreisjagdverbandes Parchim , Jürgen Katzmann, bezeichnete auf der 21. Delegiertenkonferenz des anerkannten Naturschutzverbandes den Zusammenschluss mit dem Ludwigsluster Verband als nötig.

svz.de von
erstellt am 20.Feb.2012 | 11:29 Uhr

Der Vorsitzende des Kreisjagdverbandes Parchim e.V., Jürgen Katzmann, bezeichnete auf der 21. Delegiertenkonferenz des anerkannten Naturschutzverbandes am Sonnabend in der Kreisstadt den Zusammenschluss mit dem Ludwigsluster Verband als „notwendig“. Nachdem die Parchimer Idee einer schnellen Zusammenführung von Ludwigsluster Seite nicht geteilt wurde, führt Jürgen Katzmann nun als realistisches Fernziel das Jahr 2014 ins Feld. Dann stehen im Parchimer Verband wieder Vorstandswahlen an. „Dieses Zeitfenster lässt uns genügend Raum zum Zusammenwachsen beider Verbände, die ein gemeinsames Ziel eint: die Wildbewirtschaftung und der Naturschutz“, zeigt sich Katzmann optimistisch. In der großen Runde der Delegierten (86) und Gäste, darunter der Ehrenvorsitzende Günther Finck, die Ehrenmitglieder Dr. Jürgen Gebert sowie Ottomar Schmidt und der neu bestellte Kreisjägermeister Hans-Jürgen Schmidt, konnte Jürgen Katzmann auch den Ludwigsluster Jagdverbandsvorsitzenden Wilfried Röpert willkommen heißen. Und das ist kein Zufall: Beide Seiten haben vereinbart, wichtige Termine vorher abzusprechen und gemeinsam Präsenz zu zeigen.


Mit einer Mitgliederzahl von 1135 in 22 Hegeringen steht der Kreisverband Parchim stabil da: Vor zehn Jahren standen 1134 Namen auf der Mitgliederliste. Auch diesmal nutzte der Vorstand wieder die Delegiertenkonferenz, um sich bei Weidgenossen, die sich vor Ort auf besondere Weise verdient gemacht haben, zu „revanchieren“: Stefan Brandt, Uwe Holz, Hans Thies und Werner Stamm konnten die Verdienstnadel ihres Verbandes in Bronze entgegennehmen. Gösta R.J. Schaper bekommt sie noch nachgereicht. Andreas Gehrke und René Witkowski erhielten die Verdienstnadel in Silber. Für ihre 25jährige Mitgliedschaft im Deutschen Jagdverband wurden Klaus Reinecke und Jörg Kania geehrt. Dieses Jubiläum hat Hans Thies längst hinter sich. Der Leiter des Hegeringes Bülow mit 35 Mitgliedern ist bereits seit einem halben Jahrhundert im Besitz des DJV-Mitgliedsbuches und in all den Jahren auch weidmännisch tätig gewesen. Aufgewachsen in der Familie eines Försters war Hans Thies schon von Kindesbeinen an mit dem Thema Jagd vertraut. Als er 1962 sein Grünes Abitur absolviert hatte, war es für ihn selbstverständlich, dem Verband beizutreten. Das tat er damals im Kreis Stormarn in Schleswig-Holstein. Der Zufall führte ihn 1990 von Hamburg in das kleine Dörfchen Venzkow bei Demen. Nachdem der heute 70-Jährige dort viele Jahre seinen Zweitwohnsitz hatte, ist der ehemalige kaufmännische Angestellte nun seit zwei Jahren ganz und gar in Venzkow zuhause. Seine Entscheidung für Mecklenburg-Vorpommern wurde auch von der Tatsache beeinflusst, dass er von den hiesigen Weidgenossen mit Sympathie aufgenommen wurde.
Mit einem kräftigen Weidmannsheil beschloss Günther Matschoß, 2. Beigeordneter des Landrates, sein Grußwort vor den Delegierten aus den Hegeringen. „Dem Kreisjagdverband wünsche ich für das kommende Jahr weiterhin eine aktive Interessenvertretung seiner Mitglieder, ein Wirken nach außen, damit das Anliegen der Jagd in Verbindung mit den Fragen zur Natur und Umwelt weiterhin in die Öffentlichkeit getragen wird und für Ihre Tätigkeit die notwendige Akzeptanz vorhanden ist.“


Als eine Schwerpunktaufgabe der Kreisjägerschaft benannte Jürgen Katzmann u. a. die Reduzierung der Schwarzwildbestände. Immer stärker konfrontiert sehe sich der Verband außerdem mit den Folgen, die sich aus der Wandlung der Landwirtschaft sowie der Eigentumsverhältnisse bei Grund und Boden ergeben. Zunehmend würden Flächen in Größenordnungen an Nichtlandwirte verkauft. Zunehmende Biogasanlagen, Ökodieselfabriken bringen neue Anbaumethoden der Landwirte mit sich. „Wir werden verstärkt mit Wildschäden in großen Mais- und Rapsschlägen zu tun bekommen“, gibt Katzmann zu bedenken. Auch das Thema bodenständige Jagd dürfte den Verband in Zukunft noch schwer beschäftigen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen