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Verkehrssicherheit : Parchim: Erziehung statt Strafe

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Erste von zwei stationären Geschwindigkeitsmessanlagen installiert: Mobile Technik wechselt vor Kitas. Einsätze tragen Früchte

svz.de von
erstellt am 19.Feb.2016 | 14:37 Uhr

Parchim Die Kraftfahrer, die täglich am Fischerdamm in Richtung Neuer Markt unterwegs sind, haben es längst bemerkt. In Höhe der Adolf-Diesterweg-Schule wurde eine neue Anzeigetafel installiert, die die gerade gefahrene Geschwindigkeit anzeigt. Da hier nur 30 km/h erlaubt sind, leuchten die Geschwindigkeitsangaben bis an die zulässige Höchstgrenze gelb auf und bei Geschwindigkeitswerten über 30 km/h rot. „Wir haben uns entschlossen, weiterhin auf Erziehung, statt Strafe zu setzen.

Entscheidend ist schließlich der Erfolg unserer Maßnahmen“, erklärt Lutz-Peter Jacobi als Mitarbeiter der städtischen Verkehrsbehörde die Maßnahme. Schon vor rund vier Jahren war an gleicher Stelle eine erste mobile Geschwindigkeitsmessanlage an einem Lampenmast befestigt worden. Zwar reagierten seinerzeit die Autofahrer zunächst überrascht, aber in dem sensiblen Straßenbereich wurde sichtbar langsamer gefahren. „Die mobile Messanlage wird auch weiterhin eingesetzt. Aber derzeit hat sie Winterpause“, so Lutz-Peter Jacobi. Das hängst vor allem damit zusammen, dass dieses Gerät mit einem Akku gespeist wird, der bei tieferen Temperaturen schnell schlapp macht.

Fest steht bereits, dass die mobile Anlage – so wie grundsätzlich vorgesehen – ab dem Frühling wieder auf Wanderschaft geht. Dann wird das Gerät im Wechsel vor Kindereinrichtungen für einen mehrwöchigen Zeitabschnitt montiert. „Der Wechsel hat den Vorteil, dass kein Gewöhnungseffekt eintritt und die Aufmerksamkeit bei Kraftfahrern immer wieder aufs Neue geweckt wird“, meint Lutz-Peter Jacobi.

Zu dem fest installierten Gerät vor der Diesterwegschule kommt noch ein  zweites für die Goetheschule in  der Wallallee. Auch dort wird einfach zu schnell gefahren. „Wer aber annimmt, dass künftig in diesen Bereichen nur noch auf Hinweise und den damit verbundenen Erziehungseffekt gesetzt wird, irrt“, betont der Verkehrsexperte der Stadt. Vor allem der Landkreis wird quasi parallel seine Blitzgeräte vor den Schulen und Kindereinrichtungen weiterhin platzieren und Kraftfahrer bei Verstößen zur Kasse bitten.

Bislang geht das Konzept erfreulicherweise auf. Auf den Straßen vor Schulen und Kindereinrichtungen ist es in den zurückliegenden Jahren zu keinem Unfall gekommen. „Wichtig bleibt in jedem Fall die gegenseitige Rücksichtsnahme aller Verkehrsteilnehmer. Das können auch die besten technischen Hilfsmitel zur Verkehrserziehung nicht ersetzen“, ist Lutz-Peter Jacobi wichtig.

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