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Flughafen Parchim : Parchim durch die Obama-Brille

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Mit Virtual Reality wirbt Investor Jonathan Pang für Einkaufserlebnisse am Flughafen Parchim. Film über den Flughafeninvestor lässt ganz Parchim abheben

Er hatte sich rar gemacht in Parchim. Pünktlich zum heutigen Start des Dok-Films „Parchim International“ beim Schweriner Filmfestival ist Flughafen-Investor Jonathan Pang wieder auf „seinem“ Airport. Und jetzt beginnt „the real exciting time“, also die spannende Phase für Parchims Flughafen, sagt der neu entdeckte Kino-Akteur im Interview mit der Parchimer Zeitung.

Jonathan Pang hat seine neueste Errungenschaft im Gepäck, eine VR-Brille (virtuelle Realität), wie sie „Barack Obama und Angela Merkel auf der Hannover-Messe“ begeistert aufsetzten. Wir dürfen das auch und – siehe da – wir spazieren virtuell durch die künftige Parchim Mall und sehen dreidimensional präsentierte hochwertige Konsumgüter Made in Germany. Diese Brille soll chinesischen Kunden eine Vorschau auf das ermöglichen, was sie wohl frühestens Ende 2017 in Parchim erwartet: Ein Einkaufs- und Tourismuserlebnis der besonderen Art.

„Ich sehe den Flughafen Parchim künftig als eine Bühne für Geschäfte und Tourismus“, erklärt Jonathan Pang mit der überzeugten Begeisterung, die sich auch durch den Film von Stefan Eberlein und Manuel Fenn zieht.

Das funktioniert in etwa so: Angelockt mit den Einkaufsbrillen, schweben die Touristen aus Fernost in Parchim ein. „Sie mögen die Schlösser, die vielen Seen und die saubere Luft“, schwärmt Pang. Aber warum kommen die Gäste in erster Linie? Zum Shoppen. Das können sie dann in der Parchim Mall, bevor sie Deutschland und Europa erkunden. Nun sind Küchenmaschinen im Handgepäck eher lästig. „Wir kümmern uns darum, dass die Produkte nach Hause geliefert werden“, sagt Jonathan Pang und will damit auch gleich den Frachtflugbetrieb wiederbeleben.

Wann kann es losgehen? Jetzt gehe es erst einmal darum, zu entwickeln. Denn was sollen die Chinesen in Parchim, wenn die Mall nicht fertig ist? Das könnte sie, wenn alles gut läuft, im nächsten Jahr, hofft Jonathan Pang.

Was wünscht er sich von den Behörden und Wirtschaftsförderern? Ein Tipp des Geschäftsmannes und Parchimer Leinwandstars Jonathan Pang für die Landesregierung, der der Parchimer Flughafen ja auch einmal gehörte, bevor sie ihn dem Landkreis überhalf: Sie sollte in der Zukunft des Parchimer Flughafens eine Chance für ganz MV sehen und neue Absatzmärkte entwickeln und erschließen. Denn landwirtschaftliche Produkte stehen bei chinesischen Kunden hoch im Kurs. 60 Millionen Euro haben die Link Global Group und chinesische Banken nach eigenen Angaben seit dem 1. Juli 2007 in das Flughafenprojekt gesteckt. Drei Millionen Euro pro Jahr zahlen die Chinesen, damit der Parchim International Airport in Betrieb bleibt. Und Jonathan Pang verspricht: Wir fokussieren uns weiter auf Parchim. Auch die von Link Global mittlerweile in Peking und Frankfurt eröffneten Plattformen für Produkte sollen Parchim dienen, indem sie Hersteller als Partner gewinnen. Am Ende stehe der kostengünstige Einkauf hochwertiger Waren.

Was sagt Jonathan Pang zum Film „Parchim International“? Das sei Realität, er sei es wirklich. Sieben Jahre begleiteten die Regisseure Stefan Eberlein und Manuel Fenn für Lemme Film den Investor. Einem Schwaben und einem Berliner gelingt dabei ein seltenes Kunststück. Sie führen weder Jonathan Pang vor noch den markigen Berater Werner Knan. Sie stellen nicht bloß, sie gehen mit Respekt ans Werk. Stefan Eberlein: „Es ist unser Spaß, Leute zu beobachten.“ Das sei eben das Privileg des Dokfilms, sagen beide, länger hingucken zu können. Das gelingt in beeindruckend schönen, melancholisch menschlichen Bildern. So nah war noch niemand an Jonathan Pang, ob in Parchim oder in der chinesischen Heimat. Damit ist „Parchim International“ auch ein Film über Parchim, die Zuschauer und ihr Verhältnis zu Jonathan Pang geworden. So manch flapsiger Gedanke über dessen oft verlachte Pläne bleibt im Halse stecken. Vielleicht auch deshalb, weil der hektische Kapitalismus hier einen besonderen Protagonisten ins Licht rückt, einen mit herrlich unzeitgemäßer Beharrlichkeit. Das übrigens hat Pang mit den Filmemachern gemein. Die Parchimer stehen jedenfalls schon beharrlich Schlange nach den Kinokarten für die Premiere am 18. Mai. Stephan Rauchfuss vom MegaMovies: „Wir möchten dann alle drei Säle gleichzeitig voll bekommen.“ 

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erstellt am 03.Mai.2016 | 21:00 Uhr

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