War es Brandstiftung? : Osterschock: Großfeuer in Herzberg

48 Kameraden waren im Einsatz.
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48 Kameraden waren im Einsatz.

Ehemalige Mehrzweckhalle und heutige Scheune brannte komplett nieder / 100 000 Euro Schaden

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06. April 2015, 17:12 Uhr

Herzberg Eine Scheune mit bis zu 5000 Strohballen ist am frühen Ostermontag am Ortseingang von Herzberg bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Brandstiftung scheint nicht ausgeschlossen.

Es war gegen 1 Uhr in der Nacht, als Einwohner das Feuer bemerkten und umgehend die Feuerwehr alarmierten. Wenig später waren 48 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren Obere Warnow, Zölkow und Mestlin sowie Ronny Mathes-Languth von der Amtswehrführung Parchimer Umland im Einsatz. Das Gebäude, 60 mal 25 Meter groß, brannte in voller Ausdehnung, die Flammen schlugen meterhoch in den nächtlichen Himmel. „Das Feuer war bereits in Parchim zu sehen“, berichteten die ebenfalls alarmierten Polizeibeamten.

Schnell merkte Einsatzleiter David Wollgandt, dass ein Löschen kaum möglich war. „Wir können hier nicht viel ausrichten und müssen die Scheune kontrolliert abbrennen lassen“, lautete seine Einschätzung. So konzentrierten sich die Einsatzkräfte auf die Kühlung der Außenmauern und der in der Nähe stehenden Bäume. Anfangs war der Einsatz nicht ungefährlich. Durch den Hitzestau im Inneren der mit Blech eingefassten Scheune drohten die Wände nach außen gedrückt zu werden. Der Giebel in Dorfrichtung hielt dem Druck auch nicht stand und stürzte krachend ein. Zusätzlich knallte es sehr häufig und etliche Splitter flogen durch die Luft, verursacht durch das Bersten der Wellasbesteindeckung im Dachbereich. Auch wenn die Mestliner und Zölkower Kameraden noch in der Nacht wieder abrücken konnten, so blieben die anderen Kameraden bis in die Mittagsstunden des Ostermontags im Einsatz.

In der Halle war neben den Strohballen auch etwas Technik wie Mähbalken und Minibagger gelagert. Die Schadenshöhe liegt nach ersten Schätzungen bei etwa 100 000 Euro, hieß es vor Ort. Die Beamten des Kriminaldauerdienstes nahmen noch in der Nacht ihre Ermittlungen auf. Als mögliche Ursache wird Brandstiftung nicht ausgeschlossen. Vor Ort mutmaßten Bürger, dass möglicherweise weitere Straftaten in Herzberg geplant waren und zum Teil ausgeführt wurden. So spielen möglicherweise eine angelehnte Leiter an einem Wohngebäude sowie Dieseldiebstähle eine Rolle. Die Polizei bestätigte auf Nachfrage, dass auch hier ermittelt wird, ob diese Taten im Zusammenhang mit dem Feuer stehen könnten.

Bei der Scheune handelt es sich um die ehemalige Mehrzweckhalle (Kulturhaus) der Betriebsberufsschule des einstigen Volkseigenen Gutes Tierzucht mit Gaststätte, Sporthalle und Kegelbahn. Nach der Wende verfiel das Gebäude und wurde seit rund zehn Jahren von der Gut Herzberg Kruse KG als Lagerhalle genutzt.

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