Parchim : Orkan tobt durch das Wassernetz

Am Loescherweg beobachtet Michael Schwager, wann das Wasser klar ist und die Spülung beendet werden kann.
Am Loescherweg beobachtet Michael Schwager, wann das Wasser klar ist und die Spülung beendet werden kann.

60 Kilometer Leitungen im Netz der Stadt Parchim werden gespült / Bürger sollten zeitweise kein Trinkwasser entnehmen

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27. August 2015, 15:19 Uhr

Großreinemachen im Parchimer Trinkwassernetz. Die Stadtwerke lassen in dieser und kommende Woche gut die Hälfte ihrer Leitungen durch die Firma Pohl & Timm aus Reinbek spülen. Dabei kommen nur Luft und Wasser zum Einsatz.

„Da unten tobt ein Orkan“, sagt Jürgen Kruse. Er steht am Donnerstag am Parchimer Ostring vor einem Kompressor, über den Luft in die Trinkwasserleitung gepresst wird. „Wir erhöhen die Fließgeschwindigkeit auf das Zehnfache.“ Dazu kommen die Verwirbelungen. Das löst die Ablagerungen im Inneren der Leitungen. Eine Apparatur, die sich auf einem Kleinlaster befindet, bleibt vor neugierigen Blicken geschützt. Das System kühlt die Luft, trocknet sie, befreit sie von Feinstaub und filtert sie mit Aktivkohle, bevor sie mit unserem Lebensmittel Trinkwasser in Berührung kommt.

Ein Stück weiter am Loescherweg arbeitet Michael Schwager. Er beobachtet am Ende des gerade gespülten Abschnitts einen Glaszylinder, durch den trübes Wasser gedrückt wird. Sobald es klar erscheint, füllt er eine Probe in ein Glas zur genaueren Sichtprüfung.

Bis das Wasser klar ist, wird jeder Abschnitt gespült, erklärt sein Kollege Jürgen Kruse. Das kann weniger als eine halbe, aber auch mehrere Stunden dauern.

Grund des Aufwands: Die Rohre reagieren mit dem Wasser. Es entstehen mit der Zeit Ablagerungen. Selbst beim Kunststoff setzen sich braune Filme ab. Damit weiterhin klares Wasser in den Haushalten ankommt, spülen die Stadtwerke ihre Rohre alle drei bis fünf Jahre.

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