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Parchimer Zeitung

21. November 2017 | 07:36 Uhr

Bastler : Optiker baut Modellbahn-Loks

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Lothar Ahlmann hat rund 20 Dampflokomotiven mit Kunststoffrohren, Draht und anderen Materialien detailgetreu nachgebaut

von
erstellt am 15.Jan.2015 | 16:46 Uhr

Parchim „Bw Ahlmann“ prangt auf einem kleinen Schild zwischen Modellbahnloks im Hobbyraum von Lothar Ahlmann in der Parchimer Weststadt. BW steht für Bahnbetriebswerk.  Freunde vom Karow-Lübzer Modellbahnclub e.V. hatten dem Mitbegründer ihres Vereins dieses Schild zum Geschenk gemacht und ihn damit auf besondere Weise geehrt. Denn Lothar Ahlmann baut Dampfloks, die einst auf den Schienen der Reichsbahn unterwegs waren, maßstabsgetreu nach.

 Es gibt im Handel  etliche Modelle von Dampfloks, sagt Ahlmann. Diejenigen, die es aber nicht gibt, sind seine Passion. In Lothar Ahlmanns Regal steht eine ganze Bücherreihe mit Beschreibungen von Dampfloks. Das  ist seine Grundlage für die Anfertigung der Modelle.  Als  Material nutzt er alle möglichen Kleinteile - von Kunststoffrohren bis zum Fingerhut und  Drähten in unterschiedlicher Stärke. Nur die Radsätze und die Motoren für die Loks sind gekauft.

Wie lange er für ein solches Modell braucht? „Wenn es schnell geht, ein halbes Jahr“, sagt Ahlmann. Es kann aber auch ein dreiviertel Jahr dauern. Rund 20 Modelle hat er angefertigt. Dazu zählt beispielsweise das Kleinformat einer umgebauten französischen Lok, die nach dem Krieg im Osten Deutschlands geblieben war. Oder auch die erste Neubaulok der Deutschen Reichsbahn.

Weitere Modellneubauten gibt es allerdings nicht bei Lothar Ahlmann. Dazu ist der 74-Jährige gesundheitlich nicht mehr in der Lage, wie er erzählt. Dafür restauriert er weiter   seine  Loks im „Bw Ahlmann“. Und testet sie auf seiner kleinen Versuchsstrecke im Hobbyraum. Früher hatte er eine große selbstgebaute Modellbahnanlage.

Lothar Ahlmann ist schon seit seiner Jugend  von der Eisenbahn begeistert. Er lebte in Bitterfeld und fuhr täglich mit der Bahn nach Leipzig zu seiner Optikerlehre. Die vielen Dampfloks, die  auf dem großen Leipziger Hauptbahnhof qualmten, waren eine Schau.

Als Lothar Ahlmann seine Frau aus Mecklenburg kennen lernte, zog er in den Norden und machte sich schließlich mit seinem Geschäft in Lübz seinen Namen. Lothar Ahlmann erwarb seinen Meisterbrief, studierte   staatlich geprüfter Augenoptiker und absolvierte   noch eine medizinische Zusatzausbildung. Mit dieser Qualifikation hatte er teilweise sogar den Augenarzt in Lübz vertreten. Die Fingerfertigkeit als Optiker kommt Lothar Ahlmann beim Bau seiner filigranen  Modelle zugute.

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