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Parchimer Feuerwehr probte Einsatz : Nur Übung: Lkw brennt an Tankstelle

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Parchimer Feuerwehr probte Einsatz in Lkw-Werkstatt unter realistischen Bedingungen. Eine ganz wichtige Erkenntnis: Es gab zu wenig Wassernachschub.

svz.de von
erstellt am 11.Okt.2012 | 11:03 Uhr

Parchim | Schon wieder ein Großbrand? Am Dienstagabend rückte die Parchimer Feuerwehr erneut mit großem Besteck aus - diesmal allerdings zu einer Übung. Mehrere Fahrzeuge mit Martinshorn und Blaulicht rasten quer durch die Stadt in Richtung Schwarzer Weg. "Auf dem Gelände der neuen MAN-Werkstatt am Schwarzen Weg gerät ein Lkw an der Betriebstankstelle in Brand und könnte die angrenzende Werkstatt bedrohen", lautete das Szenario.

Um 19.15 Uhr gibt MAN-Betriebsleiter Kai Weisgerber das Signal an die Leitstelle. Die Übungsleiter der Feuerwehr sorgen derweil mit einer Nebelmaschine für die entsprechende Rauchentwicklung unter dem Lkw. "Diese Übung auf unserem Gelände ist sehr wichtig. Wir lagern an unserer Tankstelle rund 80 000 Liter Diesel und der Brandschutz steht oben an", erklärt Weisgerber. Auch künftig will er mit seinen zehn Mitarbeitern eng mit der Parchimer Wehr zusammenarbeiten. "Dies können Schulungen in Sachen Brandschutz sein und auch einmal eine gemeinsame Übung, bei der unsere Mitarbeiter involviert werden", ist sich Weisgerber sicher.

Inzwischen ist es 19.24 Uhr und der Einsatzleitwagen trifft ein, wenig später folgen die Löschfahrzeuge, der Groß tankwagen und die Drehleiter. Die Übungsleitung weist die Einsatzleitung in das angenommene Szenario ein. Sofort rennen die Feuerwehrleute an die Gerätewagen. Schläuche werden ausgerollt, die Atemschutzausrüstung angelegt und die Löscharbeiten können starten. Da gibt es einen ersten Hinweis aus der Übungsleitung. An einem Verteiler ist eine Verbindung falsch angebracht und es könnte im Ernstfall dem Löschwasser kein Schaummittel hinzugefügt werden. "Dafür sind die Übungen ja da, auch alten Hasen unterlaufen Fehler", sagt Peter Dechow, der die Fehler protokolliert.

Inzwischen sind die Löscharbeiten in vollem Gange, auch von der Drehleiter aus wird das angenommene Feuer gelöscht. Als ein Problem erweist sich wieder einmal der Wassernachschub. Auch bei dieser Übung stellten die Kameraden fest, dass sie im Ernstfall das Wasser aus vielen Hydranten über weite Wegstrecken herantransportieren müssten - und das kostet Zeit. "Die Hydranten bringen einfach nicht genug Wasser, zum Teil sind es die Durchmesser, die nicht genug Wasser fördern und zum anderen ist es der fehlende Wasserdruck", so die Erkenntnis der Feuerwehr-Experten.

Der abendliche Einsatz im Rahmen der Ausbildung hatte in diesem Fall noch einen weiteren Aspekt. "Dieser Betrieb ist relativ neu und durch diesen Einsatz verschaffen sich unsere Kameraden auch die nötigen Ortskenntnisse, die im Ernstfall von Bedeutung sind", sagt Wehrführer Bernd Schröder. Bei dieser Übung am Dienstag wurde zum Beispiel ein Hydrant an der Diskothek Flame angezapft, der auch nicht genug Nass lieferte.

Betriebsleiter Kai Weisgerber seinerseits zeigte sich sehr zufrieden mit der Übung. "Es hat alles geklappt und wir freuen uns auf die künftige Zusammenarbeit", so sein Fazit.

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