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Raumausstatter in MV : Note 1 für das Gesellenstück

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Raumausstatter-Auszubildende aus MV legten in Parchim ihre Prüfungen ab. Susanne Beese ist Landessiegerin

von
erstellt am 27.Aug.2016 | 05:00 Uhr

Die Note 1 vergaben die Prüfer am Freitag in Parchim für das Gesellenstück von Susanne Beese (Firma Eikboom). Die Rostockerin wurde Landessiegerin bei der diesjährigen Gesellenprüfung der Raumausstatter.

Drei Tage hatte sie wie auch die anderen sieben Auszubildenden an ihrem Gesellenstück gearbeitet, bei dem die Raumausstatter ihre ganzen Fertigkeiten beweisen musste. Denn zu den Aufgaben der Azubis gehörte es, einen Stuhl oder einen Sessel zu polstern, Fußboden zu verlegen, Wände zu gestalten, ein Fenster zu dekorieren.

Nur durch Zufall sei sie auf ihren Ausbildungsberuf gestoßen, erzählt die junge Frau. Es habe ihr Spaß gemacht. Inzwischen sei ihr Plan, in einigen Jahren eine Meisterausbildung zu absolvieren.

„Wir sind insgesamt sehr zufrieden“, sagt Markus Beckmann, der Prüfungsausschussvorsitzende aus Banzkow, über die diesjährigen Absolventen. Kein Azubi sei durchgefallen. Die Prüfer vergaben einmal die Note 1, einmal die 2 und sechsmal die 3.

Die praktische Prüfung der Raumausstatter hat eine lange Tradition in Parchim. Doch deren Ende naht, da die theoretische Ausbildung dieses Berufszweiges in Parchim ausläuft (SVZ berichtete). Im vergangenen Jahr musste sich das erste Lehrjahr erstmals auf den Weg in die Berufsschule nach Oldenburg machen. Das gilt auch für die Neueinsteiger dieses Jahres aus MV. Fünf neue Lehrlinge sind es landesweit in der Zunft. Im jetzigen zweiten Lehrjahr sind sieben Auszubildende, im dritten gerade einmal zwei.

Es sei schade, dass es im Land keine Berufsschulausbildung mehr gibt, so Landesinnungsmeister Thomas Griewe aus Eldena. Die Handwerker sind interessiert, in der Zukunft wenigsten die Hoheit über die Prüfungen zu behalten.

Auch Karin Klehr, Abteilungsleiterin in der Handwerkskammer, sieht es kritisch, wenn das Land Mecklenburg-Vorpommern wie bei den Raumausstattern aus der Berufsausbildung aussteigt. Das sei ein Ausbildungshemmnis, denn die Wege würden weiter und es wird teurer für die Lehrlinge durch Fahrt- und Unterbringungskosten. Öffentliche Zuschüsse, die bei Azubis mit geringem Einkommen beantragt werden können, würden mit anderen Sozialleistungen verrechnet und kommen bei den wirklich Bedürftigen nicht an. Sie seien nur ein Tropfen auf den heißen Stein, meint auch Griewe. Viele Ausbildungsbetriebe würden inzwischen freiwillig für die Kosten für Fahrt- und Unterbringungskosten am Ort der Berufsschule aufkommen.

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