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Parchimer Zeitung

12. Dezember 2017 | 13:29 Uhr

Fahrradwerkstatt : Noch näher an den Menschen

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

24 Nationen kommen in der „Werkstatt West“ zusammen / Auch am neuen, zentraleren Standort Integration und Miteinander im Fokus

von
erstellt am 12.Jun.2014 | 11:24 Uhr

„Beinahe täglich komme ich in die Fahrradwerkstatt um zu helfen“, verrät Salim Ahmed Hassan. Der gebürtige Iraker lebt seit nunmehr 10 Jahren in Parchim und fühlt sich angekommen – nicht zuletzt, weil er in der „Werkstatt West“, einem Projekt des Jugendfördervereins Parchim/Lübz, eine sinnvolle Beschäftigung gefunden hat. Gestern eröffnete deren neuer Standort an zentraler Stelle in der Parchimer Stegemannstraße.

Insbesondere die Integration sei ein wichtiger Bestandteil des Werkstatt-Konzepts, erklärt Jan Buchholz, Geschäftsführer des Jugendfördervereins. Kinder, Jugendliche aber auch Erwachsene, wie Salim Ahmed Hassan, aus 24 verschiedenen Nationen treffen sich hier, um an ihren Fahrrädern zu schrauben, Grundfertigkeiten der Metallbearbeitung zu erlernen und sich gegenseitig zu unterstützen.

„Ich selbst habe einige Deutschkurse besucht, um die Sprache zu lernen, kann aber auch ein bisschen Kurdisch, Arabisch, Türkisch und Englisch. So kann ich für andere, die hier neu sind, übersetzen“, erklärt Salim Ahmed Hassan. Hier lerne man die Sprache bei der gemeinsamen Arbeit und ist viel schneller in die Gruppe integriert, weiß auch Projektmitarbeiter Alexander Bauer. Der Russland-Deutsche hilft den Jugendlichen ebenfalls, sprachliche Barrieren zu überwinden.

„Die Reparatur ist nicht der Schwerpunkt“, sagt Projektleiter Hendrick Fritsche und fügt hinzu: „Es geht mehr um das Miteinander. Hier entstehen Freundschaften, die Werkstatt ist ein Treffpunkt – für manche sogar ein zweites zu Hause.“ Für die Zukunft wünsche er sich, dass die Finanzierung gesichert bleibe. Vielleicht sei dann künftig auch eine Erweiterung möglich. „Gerne würden wir noch den vorderen Gebäudeteil für Nachhilfeunterricht, Bewerbungstrainings und Workshops dazu mieten. Das ist aber Zukunftsmusik“, so Anett Nuklies, Leiterin für Aus- und Fortbildung im Jugendförderverein.

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