Bauen und Sanieren in Parchim : Noch mehr Platz für die Grüne Mitte

Elfriede Lietz konnte in diesem Monat vom Balkon ihrer neuen Wohnung aus hautnah mitverfolgen, wie vom gegenüberliegenden Block 40 Wohnungen zurückgebaut werden. Auch sie hat dort bis vor kurzem gewohnt.
1 von 1
Elfriede Lietz konnte in diesem Monat vom Balkon ihrer neuen Wohnung aus hautnah mitverfolgen, wie vom gegenüberliegenden Block 40 Wohnungen zurückgebaut werden. Auch sie hat dort bis vor kurzem gewohnt.

Wobau lässt in der Weststadt weitere 40 Wohnungen zurückbauen / 2014 Endspurt in der Lübzer Chaussee

svz.de von
26. Dezember 2013, 17:50 Uhr

Für Elfriede Lietz (73) geht ein wahrlich turbulentes Jahr zu Ende. In diesem Monat konnte sie vom Balkon ihrer neuen Wohnung in der fünften Etage der Hans-Beimler-Straße hautnah miterleben, wie gegenüber 40 Wohnungen abgerissen werden. Bis zum neuen Jahr wird von der Hans-Beimler-Straße 54 bis 57 kein Stein mehr übrig bleiben. „Zwölf Jahre habe ich da drüben gewohnt“, erzählt die rüstige Seniorin, die sich in ihrem Stadtteil so gut wie täglich für die Volkssolidarität engagiert. Zuvor war sie 32 Jahre in der Ludwigsluster Straße zu Hause, wo sie bis zu ihrem Umzug in die Weststadt 2001 sogar noch Kohlen schleppen musste, wenn sie eine warme Stube haben wollte. Mitte Juni erfuhr Elfriede Lietz nun im Sommer 2013, dass ihr im gleichen Jahr ein Umzug bevor steht. „Meinen Geburtstag habe ich noch in der alten Wohnung gefeiert und am 8. Oktober bin ich dann rüber“, erzählt Elfriede Lietz.

Der Abriss in der Beimlerstraße wird nach dem Paragraf 6A des Altschuldenhilfegesetzes gefördert. An dieser Stelle soll im Rahmen des Stadtumbau Ost die Grüne Mitte der Weststadt weiter Gestalt annehmen. In den verbleibenden vier Aufgängen will die Wobau Wohnungsbau GmbH im kommenden Jahr rund 150 000 Euro investieren und die Heizungen umrüsten, nachdem die Stadtwerker in diesem Jahr bereits eine neue Heizzentrale eingebaut haben. Wobau-Chefin Gerda Behrend weiß sehr wohl, dass solche mit viel Schmutz und Lärm einhergehenden Maßnahmen den Geduldsfaden der Mieter immer arg strapazieren. „Deshalb möchte ich mich schon im Vorfeld für das entgegengebrachte Verständnis bedanken“, unterstreicht Gerda Behrend. Zum Endspurt setzt die Wobau derweilen in der Lübzer Chaussee an: In diesem Jahr wurden zwei weitere Wohnblöcke mit neuen Balkonen ausgestattet, das letzte von insgesamt neun Häusern folgt 2014. Damit kann die 2010 in Angriff genommene etappenweise Wohnumfeldgestaltung in diesem Gebiet nach fünf Jahren erfolgreich abgeschlossen werden. Im Herbst 2014 wolle man das mit einem zünftigen Grillfest für die Mieter feiern, kündigt Gerda Behrend an.

Nachdem die Wobau in den zurückliegenden Jahren millionenfach in die altengerechte Sanierung ihrer Wohnsubstanz investierte (SVZ berichtete), wolle man das Hauptaugenmerk in nächster Zeit auf die Instandhaltung der seit 1995 durchgeführten Investitionen richten. So einige Fassaden zum Beispiel am Westring, in der Lönnies- und Cordesiusstraße haben mittlerweile um die 20 Jahre auf dem Buckel und könnten einen neuen Anstrich gut vertragen.

Nicht ausgeschlossen ist es, dass eines Tages wieder die Baufahrzeuge am Pestalozziweg anrücken: Hier entstand in diesem Jahr bekanntlich für 2,3 Millionen Euro ein neues Zuhause für 22 Familien. Parchims größtes Wohnungsbauunternehmen trägt sich mit dem Gedanken, gleich gegenüber ein weiteres „schönes familien- und altenfreundliches“ Mehrfamilienhaus zu bauen. Allerdings ist das noch Zukunftsmusik für die Zeit um 2015/16. Zum Bestand der Wobau gehören heute ca. 2680 Wohnungen. Um dem Leerstand zu begegnen sowie das Wohnumfeld in der Weststadt großzügiger zu gestalten und mit mehr Grün aufzulockern, wurden in den zurückliegenden beiden Jahrzehnten rund 680 Wohnungen zurückgebaut.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen