Brandserie in Plau : Noch keine Spur vom Feuerteufel

Totalschaden – davon gehen die Brandsachverständigen nach dem Feuer am Pavillon an der Metow aus.
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Totalschaden – davon gehen die Brandsachverständigen nach dem Feuer am Pavillon an der Metow aus.

Nach Brandserie in Plau in der Nacht zu Dienstag sucht die Kripo dringend Hinweise. Gelbe Säcke erst kurz vor Abholung rausstellen.

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29. Juni 2017, 07:00 Uhr

Der Schock sitzt tief. Das Ausmaß der Brände in Plau am See ist einen Tag danach deutlich sichtbar – für Einheimische wie Touristen. Der Pavillon an der Metow des Luftkurortes ist zerstört, ein Auto ebenfalls. Die Besitzer wollen jetzt erst einmal zur Ruhe kommen. Bei Ereignissen wie diesen zeigt sich, wie hilfsbereit die Plauer sind. „Die Tourist Info stellt ein Kombi-Ticket für Stadtführung, Burgmuseum, Wangeliner Garten und Bärenwald zur Verfügung“, erzählt Susanne Herzog. Die Urlauber sind seit Montag in einer ihrer Ferienwohnungen untergebracht – wollen insgesamt sieben Tage bleiben. Schon in der ersten Nacht dann der Schock – das eigene Auto brennt lichterloh.

Auch das Plauer Rundbusunternehmen hilft – ein kostenloses Ticket wird zur Verfügung gestellt, damit die Urlauber weiterhin mobil sind. „Herr Wolf hat einen Fahrschein für die Drei-Seen-Tour zugesagt“, so Susanne Herzog weiter. Sie selbst hofft, dass die Brandstifter gefunden werden. „Die Anwohner in der Dammstraße hatten großes Glück, da die Fenster an dem Giebel zugemauert sind. Sonst wäre das Feuer nach der Explosion des Autos auf die Fachwerkhäuser übergegangen.“

Unterdessen laufen die Ermittlungen seitens der Kriminalpolizei noch immer auf Hochtouren. Hinweise auf Tatverdächtige gibt es noch nicht. Die Polizei geht derzeit von einem Zusammenhang aller drei Brände aus; vorsätzliche Brandstiftung wird vermutet. Was derzeit an Hinweisen und Material zusammengetragen wird, sollten die Geschädigten ihren Versicherungen zur Verfügung stellen. „Gemeinsam mit der Polizei muss in so einem Fall alles genauestens dokumentiert werden“, sagt Kathrin Jarosch, Pressesprecherin des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V., auf SVZ-Nachfrage. Je nach Ausmaß des Schadens werden die Versicherer wohl selbst noch Gutachter beauftragen, die dann „den Schaden bewerten und schätzen“, so die Pressesprecherin.

Innerhalb von 15 Minuten wurden an drei Tatorten in Plau Gelbe Säcke, Papiertonne und Altkleidercontainer angezündet. Immer wieder animieren offenbar schon weit vor dem Abholtermin rausgestellte Gelbe Säcke zum Zündeln. Vor sieben Jahren hatte es mehrere solcher Brände in der Kreisstadt gegeben. Um Haaresbreite war Parchim an einem Fassadenbrand in der Langen Straße vorbeigeschrammt. Parchims Feuerwehrchef Bernd Schröder appellierte an die Bürger: „Die Säcke sollten so wie vorgeschrieben erst kurz vor dem Abholtermin herausgestellt werden.“ Auch der Ablageort muss abgewogen werden und sollte beispielsweise nicht zu dicht an Hauswänden liegen. Problematisch sei weiterhin, dass einige ihre Säcke zu großen Haufen auftürmen. „Das ist sicher gut gemeint, erhöht allerdings die Gefahr, dass ein in Brand gesteckter Sack ein größeres Feuer auslöst“, erklärt der Experte.

Der Landkreis Ludwigslust-Parchim würde die Gelben Säcke schon wegen der um sich greifenden Vermüllung lieber heute als morgen abschaffen. Das ist allerdings nicht ganz einfach. Es gibt seit 2016 einen gültigen Dreijahresvertrag mit einem der dualen Systeme. Das bedeutet, dass die Gelben Säcke bleiben.

Der seit Jahren nur in der Stadt Hagenow laufende Versuch mit den orangefarbenen Wertstofftonnen wird auch weiter laufen. Steffen Grünwaldt, der Leiter des kreislichen Abfallwirtschaftsbetriebes geht davon aus, dass sich vor 2018 nichts ändert. Die Lösung der Probleme mit den Säcken wäre die flächendeckende Einführung der Wertstofftonnen. Doch das hat man bisher aus Kostengründen nicht beschlossen.

 
 

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