Parchim : (Noch) kein Denkmal für Engel

Stadthistoriker Wolfgang Kaelcke will diese Tafel am Zinnhaus rechtzeitig zum Jubiläum anbringen.  Fotos: Wolfried Pätzold
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Stadthistoriker Wolfgang Kaelcke will diese Tafel am Zinnhaus rechtzeitig zum Jubiläum anbringen. Fotos: Wolfried Pätzold

Geburtstag von Johann Jakob Engel jährt sich am 11. September zum 275. Mal. Ehrung am Geburtshaus und im Museum der Stadt

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30. August 2016, 19:00 Uhr

Den 11. September 2016 hat sich Stadthistoriker Wolfgang Kaelcke seit langem vorgemerkt. „An diesem Tag hat mit Johann Jakob Engel schließlich einer der größten Söhne unserer Stadt Geburtstag. Vor 275 Jahren wurde einer der größten Aufklärer in Parchim geboren und hier starb er auch“, sagt Kaelcke. Seit nunmehr 35 Jahren beschäftigt sich der Leiter des Stadtmuseums sehr intensiv mit dem Leben des berühmten Mannes. Nachdem das Engel-Jahr zunächst verhalten begonnen hat, gibt es inzwischen einige Aktivitäten, um den berühmten Parchimer angemessen zu ehren. „Die Ehrentafel, die wir rechtzeitig zum Jubiläumstag am Zinnhaus anbringen werden, ist fertig“, freut sich Kaelcke. Antje Daate, die im Parchimer Theater für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, hat das Layout entworfen. Ein Bild von Johann Jakob Engel vor den Umrissen des historischen Zinnhauses mit den Lebensdaten und seinen Verdiensten wird unter einer Plexiglasscheibe zu sehen sein. „Diese Ehrentafel wird wohl nur vorübergehend bis zur Restaurierung am Zinnhaus hängen können. Aber ich hoffe sehr, dass später eine endgültige Lösung gefunden wird“, ist Kaelcke wichtig. Er kann sich mit dem Vorschlag anfreunden, dass ähnlich wie für den Generalfeldmarschall Moltke am Geburtshaus in der Langen Straße auch ein Engel-Zimmer im Zinnhaus eingerichtet wird.

Erst zum Jahresbeginn hat Wolfgang Kaelcke in einem Internetauktionshaus eine unscheinbare Zeichnung vom Parchimer Giebelhaus aus dem 18. Jahrhundert entdeckt. Zunächst ahnte auch er nicht, dass damit seiner jahrelangen Forschung über Johann Jakob Engel ein wichtiges Puzzleteil hinzugefügt werden kann. Nachdem der Museumschef die Zeichnung eines unbekannten Künstlers ersteigert hatte, erwies sich die Inschrift als aufschlussreich. Darin ist vermerkt, dass im Zinnhaus (am 11. September 1741) Johann Jacob Engel als eins von sechs Kindern des Pastors Karl Wilhelm Christian Engel (1704 - 1765) und seiner Frau Marie Elisabeth, geb. Brasch (1724 -1803), geboren wurde. Für Wolfgang Kaelcke kam der Fund zur richtigen Zeit, denn er war gerade mit der Vorbereitung einer Sonderausstellung anlässlich des 275. Geburtstag des bedeutenden deutschen Schriftstellers und Philosophen aus der Zeit der Aufklärung beschäftigt.

Am Sonntag, 11. September, lädt der Museumsleiter jedermann von 14 bis 16 Uhr zu einem Besuch in die Engel-Sonderausstellung im Erdgeschoss des Museums ein. Dort sind zahlreiche Originaldokumente und wissenschaftliche Arbeiten zur Person des Johann Jakob Engel zu sehen. „Ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass für diesen Mann ein Denkmal in Parchim aufgestellt wird. Das hat Engel auf jeden Fall verdient“, so Kaelcke.

275. Geburtstag - Aufklärer Engel
Johann Jakob Engel (* 11. September 1741 in Parchim; † 28. Juni 1802 ebenda) war ein deutscher Schriftsteller, Theaterdirektor und Philosoph im Zeitalter der Aufklärung. In populär-philosophischen (Damenphilosophie) und poetischen Arbeiten suchte er in seinem Sinn auf die Zeitgenossen zu wirken und vermochte sich längere Zeit hindurch selbst dem Genie Bürgers, Goethes und Schillers gegenüber zu behaupten.
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