Sommer 2012 etwas zu warm und viel zu trocken : Nicht zu übersehen: Es wird Herbst

Am 19. Juli gab es in Parchim die Autowäsche  gratis.Wolfried Pätzold
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Am 19. Juli gab es in Parchim die Autowäsche gratis.Wolfried Pätzold

Auf dem Weg zur Arbeit wurde gestern Morgen vielen Kraftfahrern klar, dass sich der Sommer langsam verabschiedet und Nebel als Vorbote auf den Herbst die Verkehrsverhältnisse erschwert. Der Herbst nährt sich rasant.

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05. September 2012, 10:43 Uhr

Marnitz | Auf dem Weg zur Arbeit wurde gestern Morgen vielen Kraftfahrern klar, dass sich der Sommer langsam verabschiedet und Nebel als Vorbote auf den Herbst die Verkehrsverhältnisse erschwert. "In diesem Jahr zieht der Herbst ziemlich rasant ins Land. Nachdem der Frühling verspätet eintraf, kann es der Herbst nun wohl nicht erwarten", kommentiert Meteorologe Werner Schulz die aktuelle Entwicklung mit einem Schmunzeln.

Und auch die von ihm pünktlich zum Beginn des meteorologischen Herbstes ausgewerteten Daten des Sommers 2012 geben insgesamt ein ernüchternes Bild. "Der Sommer 2012 hinterlässt trotz der positiven Temperaturbilanz keinen guten Eindruck", räumt der erfahrene Wetterfrosch ein. Die Monate Juni, Juli und August lagen insgesamt mit 0,4 Grad Kelvin über dem langjährigen Mittel. "Zwar blieb die Marnitzer Region von Unwettern wie beispielsweise Gewitter mit Starkregen, Hagel, Sturmböen und anderen Grausamkeiten weitgehend verschont, aber dafür war es zwischen Schweriner und Plauer See in diesem Jahr oft trübe und kühl", meint Werner Schulz. In den vergangenen drei Monaten konnten die automatisch arbeitenden Geräte auf dem Marnitzer Messfeld des Deutschen Wetterdienstes nur drei heitere und immerhin 35 trübe Tage registrieren. Die Gesamtbilanz der Sonnenscheindauer lautet 528 Stunden. Im Sommerdurchschnitt des Jahres 2006 wurden an gleicher Stelle 773 Sonnenstunden gemessen.

Als ziemlich ungewöhnlich dürfte vielen in Erinnerung bleiben, dass der Sommer mit erheblicher Verspätung ins Laufen kann. "Erst ab dem 15. August kam der Sommer mit Temperaturen von über 30 Grad Celsius richtig in Fahrt", so Werner Schulz. Am 19. August kletterte das offizielle Thermometer sogar auf 35 Grad. In der Rangfolge der heißesten Sommertage seit 1951 hat es dieser Hitzetag allerdings nur auf Rang 8 geschafft. 1994 wurden in Marnitz sogar schon Höchsttemperaturen von 36,5 Grad ermittelt.

Ziemlich kühl war dagegen der "Sommer"-Auftakt. Am 6. Juni fiel die Quecksilbersäule auf 2,9 Grad Celsius. Am Erdboden wurden an diesem Morgen sogar nur ein Grad Celsius gemessen.

Problematisch ist die Niederschlagsbilanz der zurückliegenden drei Monate. "Der Trend des Jahres setzt sich fort", gibt Werner Schulz zu bedenken. Mit nur 68 Prozent der normalen Niederschlagsmenge waren die Sommermonate in der Parchimer Region viel zu trocken. Im Juni wurden 61 Prozent, im Juli 77 und im August 67 Prozent der normalen Niederschlagsmengen gemessen. Da waren Tage mit Starkregen, die beispielsweise am 19. Juli die Parchimer Innenstadt in wenigen Minuten in eine Seenlandschaft verwandelten, die Ausnahme. 2011 sah die Situation vor Ort ganz anders aus. Seinerzeit brachten die drei Sommermonate der Marnitzer Region 384 Liter Regen pro Quadratmeter und ergaben eine Gesamtbilanz von 170 Prozent Niederschlag gegenüber dem Durchschnitt früherer Jahre. "Das Wetter ist keine Freizeitveranstaltung. Auch ein Regensommer hat Gewinner", gab der Meteorologe seinerzeit zu bedenken. Vor allem die Land- und Forstwirtschaft dürfte langfristig unter dem Regenmangel leiden. Für die Urlauber waren die überwiegend trockenen Tage dagegen eine kleine Entschädigung für die bescheidenen Temperaturen.

Bleibt abzuwarten, ob ein Goldener Herbst folgt. Glaubt man den überlieferten Bauernregeln, könnten schon jetzt die Weichen für das kommende Jahr gestellt werden: "Septemberwetter warm und klar, verheißt ein gutes nächstes Jahr". Leider ist die Wahrscheinlichkeit dieser Thesen nicht allzu hoch.

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